Vom Umgang mit innerer Leere
Innere Leere ist ein unangenehmer Zustand. Es ist ein diffuses Gefühl des Leids, der Qual. Etwas, dass man am liebsten nicht haben möchte. Wir haben die Tendenz, in dieses Loch im Innern etwas hineinzustopfen, um es nicht mehr spüren zu müssen. Wir werfen Drogenmüll, Sexmüll, Kaufmüll, süchtiges Arbeiten, Fernsehmüll, kranke Beziehungen und anderes hinein, um das Loch von außen zu füllen.
Das führt zur Sucht und zur Krankheit.
Es geht darum, die Leere auszuhalten. Die Leere setzt sich aus Gefühlen zusammen, vor allem Schmerz und Angst. Wenn wir die Leere aushalten und annehmen, kann sie sich von innen unten füllen. Dann beginnt von innen unten etwas aufzusteigen, das wir selbst sind.
Schmerz und Angst sind wie kleine Kinder, die wir abgespalten haben. Stell dir vor, ein kleine Kind hängt an deinem Rockzipfel und zerrt an dir herum: „Papa, Papa, ich will dir was sagen.“ Aber du machst dich nur weg, mit Hektik, Vergnügungen, Stress, Drogen, Alkohol, Besessenheiten, Ablenkungen. Du willst das Kind nicht sehen und hören. Aber das Kind schreit immer lauter und zerrt immer mehr an dir.
Es geht darum, sich dem Kind zuzuwenden, es anzunehmen und zu hören, was es dir zu sagen hat. Es will dir den Schmerz zeigen und in dem Moment, wo du das Kind liebevoll auf den Arm nimmst und zuhörst und es anschaust, kannst du den Schmerz mitfühlen. Fühle den Schmerz, weine mit dem Kind. Es ist Dein inneres Kind. Das bist du. Du hast Teile von dir abgespalten, die dir nun fehlen und die einen Schmerz bedeuten. Durch Annahme integrierst du diese fehlenden Teile, du integrierst dich selbst. Du wirst wieder ganz.
Jeder Schmerz, der einmal gefühlt wurde, kommt nicht wieder. Er ist geheilt. So gehen wir Schritt für Schritt voran. In kleinen Häppchen kommt der abgespaltene Schmerz hoch, wir wenden uns diesem verlassenen und vernachlässigten Kind zu, nehmen es in den Arm und fühlen mit ihm. So wachsen wir jedesmal, wenn wir die Leere, den Schmerz, die Angst aushalten und nicht wegmachen. Danach kommt ein innerer Friede, eine Gelassenheit, ein stilles, einfaches inneres Glück.
Den Schmerz wahrzunehmen bedeutet aufzuwachen, wach zu sein. Den Schmerz wegzudrücken bedeutet betäubt und ohnmächtig zu sein.
Die innere Leere füllt sich, mit uns. Die innere Wertlosigkeit verschwindet, wir finden unseren Eigenwert und unsere Eigenliebe. Die abgespaltenen Anteile von uns selbst werden wieder ein Teil von uns, wenn wir sie nicht ablehnen und abwehren. Solange wir sie ablehnen, lehnen wir uns selbst ab. Daraus entstehen diese Eigenwertlosigkeit und der Selbsthass.
In der Annahme des Schmerzes liegt die Annahme von uns selbst. Hier ist das spirituelle Erwachen. Wir werden zu starken, freien und unabhängigen Menschen. Wir fühlen uns mit uns selbst wohl. Wir können uns selbst Geborgenheit und Freude geben. Wir lernen, was uns gut tut und wie wir es bekommen. Wir lernen zu unterscheiden und zu entscheiden. Wir lernen anzunehmen und uns abzugrenzen. Wir sind bei uns.
05.08.2012: Liebe Leute, es gibt ein neu erschienenes Buch von mir, wo Ihr ganz viel darüber lesen könnt, wie man die Innere Leere von innen füllen kann, was die Psyche ist, wo man Hilfe bekommt, wie man mit den Gefühlen von Schmerz, Angst und Wut umgeht, und wie man gesund werden kann. Auf meiner neuen Seite könnt Ihr Euch informieren: http://www.burnout-und-sucht.de.
Ich empfehle Euch hier im Blog auch das: http://ronaldengert.com/2011/12/09/eine-reise-in-das-gefuhl



Hallo Ronald und alle tuechtigen Schreiber!
Ja, also auch mir hat der Einstieg hier sehr gefallen. Die “Innere Leere” ist sehr gut beschrieben. Das findet man selten. Um mit seinem “Innerem Kind” zu arbeiten, kann man ganz klein anfangen. Z.b. du fuehlst Dich hungrig also gibst Dir was zu essen; Dir ist kallt, also ziehst Du Dir eine Jacke ueber oder holst Dir eine Decke; Du fuehlst Dich allein also suchst Du Dir Gesellschaft oder holst Dir Dein Kuscheltier, Du bist satt, also hörst Du auf zu essen u.s.w. Ihr muesst es schaffen Eure eigene innere Mutti und/oder Vati zu werden. Uebt das mal ganz bewusst einen Tag lang! Nie wuerdet Ihr ein Kleinkind so scheisse behandeln, wie Ihr Euch selbst behandelt, nicht wahr? Es kostet genauso viel Kraft deprimiert zu sein, wie zu versuchen etwas dagegen zu tun. Beim Letzterem wirst Du Dir jedoch eher selber helfen, anstatt Dich weiter kaputt zu machen. Man muss während seiner Krisenbearbeitung auch sehr nett und nicht streng zu sich sein. Schade dass Ihr so viele unverstehende Therapeuten trefft. Aber wieder kann Euch euer Innerer Vati oder die Innere Mutti helfen. Gute Eltern wuerden nur gute Spielkameraden fuer ihre Sprösslinge akzeptieren, oder? Mir hilft diese Art seine eigene Mutti zu sein gut im Leben. Denkt dran: Nur das Beste ist gut genug fuer Euer inneres Kind. fuer Euer inneres Kind!! Herzliche Gruesse von Sus
Hallo Sus,
danke für deinen Kommentar. Du hast es hier sehr einfach und klar erklärt. Jetzt verstehe ich es sogar
Von Herzen
Ronald
Lieber Ronald
Auch ich musste (befreit!) weinen als ich soeben deinen Text gelesen habe. Obwohl mir (26) schwere Schickssalsschläge bisher erspart blieben, obwohl ich viele liebe Menschen kenne und obwohl ich eigentlich eine blühende Phantasie und eine Vielzahl von Interessen habe, die mich sehr erfüllen können, plagt mich seit meiner Pubertät, im Alltag praktisch täglich, diese fast unerträgliche innere Leere, begleitet von Angst, Nervosität und Unruhe, die sich abwechselt mit einem tiefen Weltschmerz, den ich jedoch besser ertrage, da ich dann “wenigstens” Trauer empfinden kann. Der einzige Bereich wo ich ein reales “psychologisches” Problem bei mir sehe ist derjenige der Liebe – ich kann mich immerzu nur in unerreichbare Männer verlieben und hatte noch nie eine Liebesbeziehung, doch gerade darunter leide ich nicht so stark da ich (dosierte) Alleinesein geradezu brauche um mich nicht zu verlieren. Ich schätze und liebe den Kontakt zu Menschen und blühe in ihm auf, wenn er in einer guten Ballance zum Alleinesein geschieht. Klar sehne ich mich insgeheim nach einer grossen Liebe.
Nun ist mir in diesem Jahr, in dem ich aussergewöhnlich viele schöne Dinge (Reisen, Konzerte etc.) erleben konnte, zum wiederholten Male aufgefallen wie leer ich mich fühle nach diesen wunderschönen Erlebnissen- vorallem wenn mir keine Zeit bleibt mehr über sie nachzudenken und sie so als Teil meines Lebens zu “integrieren”. Ich weigere mich, in diesen Erlebnissen eine künstliche erzeugte Freude zu sehen. Sie nähren meinen Geist, sie geben mir die Kraft zu leben! Denn sobald ich nicht im Alltag, (ich studiere und bin unter Druck) gefangen bin, fühle ich, wie ich plötzlich mich selber werde, am morgen ohne Panik aus dem Bett steige, vollkommen im hier und jetzt lebe und mich so grundnatürlich zufrieden und ausgeglichen fühle- trotz auch trauriger Gefühle. Ich bin plötzlich, ich existiere! Wieder im Alltag, kommt mir der Gedanke “ich habe gesehen wie schön das Leben und die Welt sein kann und nun sitze ich wieder hier und alles ist wie immer- grau” und der Druck scheint schlagartig wieder meinen Körper und meine Seele zu zerquetschen. Schon immer ist es mir so ergangen – schon als Kind habe ich das Nachhausekommen vom Urlaub als schrecklich erlebt- bin danach sogar öfters wochenlang nicht zur Schule gegangen.
Was ich neben den genannten “Highlights” als essenziell für mein Leben betrachte, ist das Träumen und die Phantasie. Sobald ich keine Sehnsucht nach etwas “grösserem” fühlen kann, kommt eben diese unerträgliche Leere… Und im Urlaub oder auf Konzerten kann ich meinen Gefühlen (auch traurigen), meiner Phantasie, meinen Sehnsüchten Raum lassen und das fühlt sich so reinigend an!
Ich möchte einen Weg finden damit besser umzugehen- die Schönheit der Welt- das heisst für mich nun mal das Erleben solcher Höhepunkte- und den Alltag- besser miteinander zu vereinbaren um ihn nicht mehr als solche Qual zu empfinden dass er meine Gefühle, meine Träume, meine Phantasie komplett abstumpfen lässt. Ich hoffe das ist einigermassen verständlich erklärt, aber bei mir hängt das Zulassen von Gefühlen und das Erleben von “Ersatzsüchten” (Reisen, Konzerte etc.) irgendwie zusammen. Und ich hoffe nicht, dass mein Bedürfnis, phasenweise zu träumen und Phantasien nachzuhängen auch “Ersatzsüchte” darstellen, denn ohne sie kann ich nicht leben…
Über einen klärenden Gedanken von dir, lieber Ronald, würde ich mich freuen. Vielleicht siehst du hier einen Durchblick- denn ich habe ihn verloren.
Liebe Audrey,
erstmal ist es mir sehr peinlich, dass ich Deinen Kommentar erst jetzt freischalte und beantworte. Ich hatte ihn seinerzeit beantworten wollen, aber keine Zeit gehabt. und danach nicht mehr gesehen, weil keine neuen Kommentare rein kamen. Schluck. Da ist bei mir selbst wohl noch ganz schön Durcheinander. Was soll ich sagen, das ist wohl ein Sinnbild, wie es in meinem Alltag immer noch zugehen kann. Dein Beitrag fiel genau in so eine Zeit, und Kali hatte ich auch lange nicht geantwortet und dann kam sie erstmal dran. Mein Leben klärt sich aber langsam und es wird besser. Das ist die Kraft der Genesung, die ich persönlich aus dem 12-Schritte-Programm beziehe. Bitte entschuldige!
Du schreibst, du hast diese innere Leere, Angst, Nervosität und Unruhe, außerdem Weltschmerz und Trauer, Liebe zu unerreichbaren Männern, du bist beim Studieren unter Druck, alles grau, auch als Kind hattest du das schon, du hast einen Alltag, den du als Abstumpfung empfindest.
Als schön und bereichernd empfindest du deine Reisen und Konzerte, also besondere Erlebnisse, und deine Träume und Phantasien. Sie nähren deinen Geist und geben dir Kraft. Und ohne sie kannst du nicht leben.
Da muss was in der Kindheit liegen. Offensichtlich hast du schon in der Kindheit dieses dich Wegträumen praktiziert. Du musst das jetzt nicht aufgeben. Aber es gibt da eine Spaltung zwischen Realität und Traum. Die Realität ist so schmerzhaft für dich, dass du deine Träume brauchst, um zu überleben.
Weißt du, eigentlich kann die Realität auch schön sein. Wir gestalten uns unsere Realität selbst, wie unsere Träume. Der Druck beim Studieren kann auf eine Art Arbeitssucht hinweisen, vielleicht Perfektionismus, Es-allen-Recht-machen-wollen, Funktionieren. Wenn man arbeitssüchtig ist, spürt man nicht, wann es reicht, wann man sich ausruhen möchte. Dann erlebt man irgendwann alles nur noch als bedrückend – Nervosität und Unruhe (burn out).
Die innere Leere ist ein deutliches Zeichen für die innere Abspaltung von deinem Gefühl und dir selbst. Die schönen Erlebnisse können das zeitweise lindern oder aufheben, aber wie du selbst schreibst, kommt die innere Leere schnell wieder. Die Reisen sind nicht das Problem, die macht man im gesunden Zustand auch. Klar, dass du dann besser träumen und loslassen kannst und du selbst sein kannst. Das ist super! Immerhin kannst du es!
Aber es ist eben diese Spaltung da, zwischen Realität und Traum (zum Traum gehören auch die Reisen und Konzerte).
Welchen Schmerz, welche Angst möchtest du in der Realität nicht fühlen? Ich bin fest davon überzeugt, dass diese innere Leere geheilt werden kann. Aber es ist ein Wachstumsprozess, der seine Zeit dauert. Hast du dir schon mal überlegt, ob du deine Träume in deine Realität einbringen kannst? Deine Realität sollte sich ein wenig mehr an deinen Träumen orientieren. Und vielleicht können ja auch deine Träume etwas realistischer werden?
Um deine Träume in deine Realität einzubeziehen, könnte das sehr gut helfen, was Sus heute geschrieben hat, wie man mit seinem inneren Kind umgeht. Es ist sooo wichtig, zu fühlen, was wirklich in uns vorgeht, was wir jetzt gerade brauchen und möchten. Das muss in der Realität stattfinden, nicht nur im Traum. Der Traum kann aber die Vorschule sein, der Wegweiser. Was fühlst du? Was ist Dein Bedürfnis? Stelle dir diese Fragen immer wieder. Nimm dich ernst. Und verändere deine Realität schrittweise, bis sie deinem Traum entspricht.
Das ist erstmal das, was ich dazu sagen möchte, um etwas Ordnung bei dir reinzubringen
Gerne können wir im Gespräch bleiben. Danke Dir für Dein Teilen.
Herzlichst Ronald
Lieber Ronald, Ihr lieben anderen … ich war total berührt von Ronalds Artikel in der aktuellen SEIN und bin so auf diese Seite hier gekommen. Ich habe noch nirgendwo sonst haargenau meine Gefühle, Gedanken, Empfindungen … also alles was in mir drin ist, so 1 zu 1 aufgeschrieben wiedergefunden. Ich wusste immer, dass das, was ich da spüre und “weiss” richtig ist, konnte das aber nie einem Psychologen o.ä. wirklich erklären. Und hätte immer noch mehr schreien können, wenn man mir sagte, ich müsse “neues Verhalten” erlernen (kognitive Verhaltenstherapie). Jetzt bin ich total …. mir fehlt das Adjektiv ….. also es gibt andere, denen es ganz ganz genau so geht und die das, was sie empfinden genau genau so ausdrücken, wie ich es würde. Ronald, Du hast eine schöne Passage gesagt: “Sich mit dem zeigen, wofür man sich so so verdammt schämt und wovor man Angst hat und damit einfach ganz fest gehalten zu werden.” Ich habe es bisher immer erlebt, dass … wenn ich nicht aufgepasst habe und mich fallenlassen habe und mich so gezeigt habe, ich zwar festgehalten wurde, aber derjenige, der mich festhielt ganz glücklich war, endlich eine Frau im Arm haben zu dürfen, die … ihr wisst schon. Ja, das wäre genau DAS … mich in meiner ganzen bedürftigen Hilflosigkeit, hilflosen Bedürftigkeit und trotzdem KOTZwut und Geh-weg zeigen zu dürfen und trotzdem festgehalten zu werden … und zwar so lange, wie ich das brauche. Ihr wisst schon, wie ich das meine …. nicht für immer und Tage festgehalten zu werden, sondern einfach mit dem mir vermittelten Gefühl von “ewig”.
Mist, dass es Essen gibt, was immer verfügbar ist und hält, hält, hält …. runterstopft, runterstopft, runterstopft, voll macht, DA ist, Zuckerflashs und bunte Bilder erzeugt – Scheinwelten, die für den Moment trösten. Und ich WEISS, dass es falsch ist. Dass es nicht helfen wird. Dass, wenn ich dem nachgebe, der Suchtmechanismus wieder angetriggert wird. Und aber …. *sorry, ich heule gerade* ….. die existenziell empfundene psychische und körperliche Not SO SO groß ist, dass …. puhh, ich habe das noch nie so klar ausgesprochen ….. ich bin …. nee, ich kann das nicht sagen ….. ICH habe das nicht im Griff …. DIESE empfundene Not ist so übermächtig, dass …. uhhh, ich kann das kaum zugeben, weil das so peinlich ist und man immer sagen könnte “Du kannst doch nicht so viel essen. Das ist doch schade drum. So viel Geld und das schöne Essen. Du verachtest das … etc.pp.” Aber … es gibt immer den Punkt …. Leute, glaubt mir, ich weiss um all die Theorien, dass ich “einfach” Schmerz und Leere aushalten muss …. aber es gibt diesen Punkt, da …. da kann das Kind nicht mehr aushalten. Da brechen alle Dämme. Da … uuhhh ist das peinlich …. da denkt das Kind: “Okay, EIN mal noch. EIN mal noch für 40 Euro einkaufen. EIN mal noch den Hauch von Gehaltenwerden-Substitut erleben und danach kann ich meinetwegen sterben.” Mir war das bisher peinlich das so auszusprechen. Hier traue ich mich endlich. Wisst ihr wie das ist, wenn man …. ja Scheisse, ich WAR in der ADULA, wenn man denkt: ‘Oh ja, spirituelle Gemeinschaft. Hier zeigen alle ihre inneren Kinder und man hält sich und wird gehalten.’ Und dann “merkt” man schon, dass etwas komisch ist und weiss, dass es nicht gut ist, sich hier halten zu lassen. Und die Therapeuten kreiden einem das an. Und dann SAGEN zwei männliche Mitpatienten: “Wir haben uns schon immer gefreut, wenn Du in der Runde xyz dabei warst, weil Du bist so verdammt sexy und ….” Uahhh, da kriege ich gleich wieder einen Klumpen im Bauch. Männer, die ihr inneres Kind vorschützen, um sich mit steifem Schwanz an einen zu pressen, weil sie sonst Probleme mit Frauen haben. Ich habe das nie ausgesprochen. Bei mir ist das ganz oft passiert, dass … ich komme ungeduscht und in Jogginghose und Schlabberpulli als “bedürftiges Kind” in Gruppen oder Therapien und Männer sahen immer etwas anderes in mir. Das passiert noch heute. Immer im Zustand größter Bedürftigkeit und Abgefucktheit (letztens vollgefressen bis oben hin, wohnungslos und mit einer Flasche Wein um auch noch den letzten Rest Selbstachtung wegzusaufen) Genau DA …. ich völlig fertig nachts in einem Internetcafe, zusammenbrechend. Selbst DA ist noch dieser Typ (und wir sprechen hier nicht von Low Lifes, sondern schöner Mann, Job, schöne Wohnung etc.), der … und ich habs nicht gemerkt ….. der genau erkennt, wo ich zu kriegen bin …. und ….. ich bin wieder reingefallen. Leute, ich kann das nicht verstehen. Warum …. ich mein, ich war 3 Tage auf der Strasse, ungeduscht, olle Turnschuhe, oller Mantel, ungeschminkt, also am Arsch …. selbst DA kriege ich noch das Feedback: “Du bist ‘ne verdammt starke, attraktive Frau.” Notaufnahme in Psych. Kliniken: Ich komme quasi noch mit Kotzspuren am Mund nach tagelangen Exzessen da hin. Ollscheste Klamotten, fettige Haare. “So gepflegt und strahlend, wie sie aussehen…Sie verarschen uns doch. Fahrn se ma wieda schön nach Hause.” Ich selber sehe das nicht. Ich sehe die müde, kraftlose Frau und das hilfebedürftige Kind. Und …. mir passiert das in letzter Zeit immer öfter, dass …. ich denke …. ich spiele nicht mehr sexy vor, sondern sage offen was ist und vertraue …. und immer wenn ich gerade vertraue ….. kommt bei Männern … egal ….. jetzt ist es mir peinlich, das geschrieben zu haben.
Liebe Kali,
Ich danke dir von Herzen für deine Offenheit. Sorry, dass ich jetzt erst antworte, ich war in den letzten paar Wochen total beschäftigt mit Arbeit. Da ich ja selbst ein Suchtproblem habe, wirkt sich das auch manchmal in meiner Arbeit aus. Ich finde dann einfach nicht die richtige Mitte.
Aber zu deinem Text: Ja, ich finde es sehr berührend, wie ehrlich du schreibst. Und ich danke dir für diesen Punkt mit dem sexistischen Verhalten der Männer. Ich werde das sensibler im Auge behalten (ich bin ja auch ein Mann). Ich verstehe, dass dies ein großes Problem für dich ist, wenn du selbst in der Not immer noch ausgenutzt wirst. Es ist nicht leicht, auf diesem sexuellen Gebiet clean zu sein. Diese unterschwelligen Wünsche oder diese Lüsternheit sind auch eine Sucht. Es ist auch eine Abspaltung von meiner Seele, was bewirkt, dass ich den Menschen nicht mehr sehen kann, sondern nur ein Sex Objekt. Ich kenne diese Situationen aus der Sicht des Mannes.
Ich möchte dir keine Ratschläge geben, ich werde es noch eine Weile in meinem Herzen bewegen, was du geschrieben hast. Von daher schweige ich jetzt erstmal. Danke nochmal.
Lieber Ronald,
danke für diesen tollen Beitrag. Ich entdecke auch immer wieder neue Dinge, die ich nutze um das Loch zu stopfen. Bei mir ist es überwiegend Kaufen, Einrichtungdinge um die Wohnung gemütlicher zu machen, Kleidung um mich wohler zu fühlen usw. MIr wird in letzter Zeit immer klarer, dass dieses Wohlsein nicht kaufbar ist, sondern von innen heraus entstehen muss. Ich verdiene wirklich genug, um ein entspanntes Leben haben zu können, mache es aber zu einer ständigen Achterbahnfahrt der Angst am Dispolimit. So kommt zur Leere und den Stopfversuchen auch noch in der Folge ständige Existenzangst dazu. Haben Sie noch einen Tipp, was ich noch machen kann, um aus diesem Kompensationsmechanismus aussteigen zu können? Es gelingt immer wieder mal schon, aber eben nicht immer und ich bin für jeden zusätzlichen Rat dankbar! Liebe Grüße, Simon
Hallo Simon,
alleine ist es sehr schwierig. In Ihrem Fall würde ich ein 12-Schritte-Programm empfehlen: http://www.anonyme-schuldner.org
Die kennen sich auch mit Kaufsucht aus und können evtl. auch spezifischere Kontakte vermitteln.
Lieben Gruß
Ronald
Hallo!
Ich habe mit Interesse viel auf dieser Seite grad gelesen. Darf ich dazu was fragen? Was ist, wenn ich gar nichts mehr fühle, wenn ich richtig taub bin? Wie komme ich mit mir überhaupt erst mal wieder in Kontakt, um dann meine Gefühle zu fühlen? Seit Monaten bin ich in der Angst komplett gefangen und wie zugeschnürt. Das ist das Einzige, was ich fühlen kann, auch im ganzen Körper, aber wenn das grade mal nicht so spürbar ist, bin ich wie tot, alles taub. Ich funktioniere nur. Wenn ich Menschen sehe, die sich an den Händen halten oder Familien mit Kindern oder Freundinnen, die zusammen einkaufen gehen, kommt mir das wie aus einer anderen Welt vor. Ich bin in mir und damit auch vom Außen total isoliert. Mein inneres Kind steht, glaube ich unter Schock, aber ich habe keine Erwachsene in mir, die es in den Arm nehmen kann. Ich nehme nur das Kind mit seiner Angst war und bin darin gefangen. Nichts anderes scheint da. Was könnte mich denn vielleicht wieder etwas mit mir in Kontakt bringen? Eine Therapie ist mir momentan ehrlich gesagt zu kopfig, ich würde ja nur laut aussprechen, was in meinem überaktiven Kopf sowieso schon den ganzen Tag spricht.
Tausend Dank für eine Idee oder einen Hinweis!
Liebe Grüße Serafine
Liebe Serafine,
danke für Dein Teilen.
Das, was du beschreibst, ist natürlich die Symptomatik schlechthin (in Angst gefangen, zugeschnürt, wie tot, isoliert). So ist das. Du schreibst auch, dass da kein Erwachsener in dir ist. Genau das ist so. Dein inneres Kind steht alleine und verlassen und niemand beschützt es. Es braucht in dir den inneren Erwachsenen, der das innere Kind liebvoll beschützt und nährt. Diesen inneren Erwachsenen musst du finden.
Die Heilung kann über eine kognitive Therapie (kopfige Therapie) nicht erfolgen, da hast du Recht. Aber mit Hausmittelchen ist da auch nichts zu machen. Es braucht schon eine intensive therapeutische Arbeit bei guten Leuten. Du solltest auch auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzen: Innere-Kind-Arbeit, Therapie, Selbsthilfegruppe, Traumatherapie, evtl. psychosomatische Klinik (Adula-Klinik in Obersdorf, Klinik Bad Grönenbach).
Ich lese gerade das Buch “Aussöhnung mit dem inneren Kind” von Erika Chopich und Margarete Paul. Das ist wunderschön und gibt sehr viel Orientierung.
Ich wünsche Dir viel Genesung und dass du die richte Hilfe findest. Ich bin leider nur Laie. Lass mich wissen, wie es weitergeht.
Gruß Ronald
Lieber Ronald,
vielen Dank für deine schnelle Antwort. Magst du mir sagen, wie du deinen inneren Erwachsenen in dir gefunden hast? War der für dich neben deinem inneren Kind immer mal wieder schon spürbar? Ich nehme nur das total einsame Kind wahr und dann einen ganz schlimm harten Erwachsenen, der Menschen, Nähe und Liebe verachtet. Ich falle von einem zum anderen und beide bringen mir Isolation, Einsamkeit und kein bisschen das, was ich bräuchte, nämlich echte Nahrung in Form von Liebe. Wie hast du zu deinem liebenden inneren Erwachsenen gefunden, wenn du mir nochmal antworten magst.
Alles Gute für dich und liebe Grüße
Serafine
Liebe Serafine,
Der schlimme, harte Erwachsene, von dem du sprichst, ist auch derjenige, der liebevoll und behütend für dein Kind sein kann. Du musst verstehen, dass nur du selbst deinem inneren Kind Schutz und Zuwendung geben kannst. Das kann niemand von außen.
Ich bin selbst noch auf der Suche nach diesem liebenden inneren Erwachsenen. Ich ahne ihn und ich kann das auch einigermaßen erkennen. Ich stelle mir das innere Kind vor und dass ich sein Vater bin. Vor allem versuche ich, mein inneres Kind zu spüren und mit ihm in Kontakt zu kommen. der innere Erwachsene muss diesen Kontakt aufnehmen, indem er dem inneren Kind Fragen stellt. Es gibt einen liebenden und einen lieblosen inneren Erwachsenen und ebenso ein ungeliebtes und ein geliebtes inneres Kind. Wenn du als Erwachsene liebevoll mit dem geliebten Kind in Kontakt bist, dann ist das so, wie es ein soll. Es ist ein Suchen und Spüren, ein Heranpirschen und Umkreisen, ein Lernen und Üben. Schau immer wieder hin, spüre immer wieder hin, bis das Bild oder das Gefühl langsam klarer wird. Bitte lies das Buch von Chopich/Paul. Es gibt dir eine wunderbare Vorstellung, was der innere liebevolle Erwachsene und das geliebte innere Kind sind und wie du die beiden miteinander in Kontakt bringst.
Alles Gute Dir
Ronald
Lieber Ronald,
ganz vielen lieben Dank für dien Antworten und Hinweise. Ich wünsche dir das Beste und Erfüllung!
Liebe Grüße und tausend Dank nochmal an dich für deine Mühe mit meinen Problemen!
Serafine
Es gibt Hoffnung,
Als ich das erste Mal den Kommentar zur Inneren Leere las musste ich weinen, ich habe mich darin wiedergefunden und es spendete mir Trost zu wissen das es so vielen änlich geht.
Ich war gerade von meiner langjährigen Partnerin verlassen worden und fühlte mich allein auf der Welt und wusste nicht mehr wer ich bin oder wen ich versuche darzustellen, ich war panisch und verzweifelt das mir der Anker der mich mit dieser Welt verband seinen Dienst gekündigt hatte.Das meine Freundin nicht mehr mein Anker sein wollte oder konnte kann ich mittlerweile verstehen.
Ich hatte mich nach aussen verschlossen mich nach aussen zu öffnen hätte bedeutet den Schmerz in meinem Inneren eine Möglichkeit zum ausbrechen zu geben und jeder Versuch war so schrecklich das ich sofort wieder alle Türen schloss und noch mehr verstärkte. Ich konnte keine Ruhe ertragen denn dann hörte ich meinen Schmerz dumpf durch die Mauern schallen und mich darann erinnern das dort etwas eingeschlossen ist. Ich rauchte viel Grass und lenkte mich mit Computerspielen ab, das ging morgens los und wenn ich keine Lust mehr zum Spielen hatte schaute ich Serien oder Filme. Selbst beim Spielen brauchte ich noch Hörbücher, die falls meine Gedanken ausbrachen ein zweites Netz für diese wurden. Selbst in den Pausen zwischen Filmen oder Serien wurde ein Hörbuch angemacht bis die Auswahl für die nächste Ablenkung getroffen war. Und das Einschlafen, jetzt ein Moment des Nachdenkens, konnte ich nur mit Filmen oder Hörbüchern etragen.
Als meine Freundin sich von mir trennte hatte ich gerade einen nüchternen Moment, da ich wusste das ein wichtiges Gespräch bevorstand mir aber noch nicht recht klar war was da auf mich zukommt.
Kaum war die Katze aus dem Sack brachen bei mir sämtliche Mauern ein und all der Schmerz, die Zweifel ,Selbsthass und das Selbstmittleid der letzten Jahre brachen über mich hinein, ich hatte keine Chance mich zu schützen und wurde überrannt. Selbst das Grass welches immer ein so guter Gefängniswärter für mich war konnte nichts mehr ausrichten “der Schmerz war ausgebrochen und wollte nicht zurück, er war gekommen um zu bleiben.” Den einzigen Effekt den ich mit dem Kiffen erzielte war das ich meine Gedanken nicht mehr sortieren konnte und nun völlig verloren dasaß mit einem Schmerz der sich dann nicht mal mehr ergründen ließ.
Am nächsten Tag machte ich mich auf die Suche nach Hilfestellungen im Internet und stieß auf Ronalds Beitrag zur Inneren Leere.
Dieser machte mir Mut und ließ mich hoffen das der Schmerz, wenn ich ihn denn bewusst zuließ und fühlte seine Schärfe verlieren würde und dann Platz für mich selbst (wer auch immer das sein würde) machen würde.
Es folgten die härtesten 4 Tage meines Lebens in denen ich, aus Angst alles könnte eine Müll-Ablenkung oder ein Trick meines Gehirns sein, kaum Ablenkung zuließ.
Ich suhlte mich im Schmerz der Ablehnung, im Selbstmittleid über meine Situation und dem Selbsthass über Entscheidungen die mich in diese Situation gebracht haben.
Bis der Topf der Tränen leer war, ich kam an einen Punkt an dem mein Verstand sagte:” genug jetzt.” Ich nahm alle (falschen) Entscheidungen alles Unrecht was ich anderen in meiner Ignoranz angetan hatte und wusste das ich mir das vergeben musss um ein vernünftiges Leben führen zu können. Ich kann nicht darauf hoffen das mir andere vergeben, vielleicht Dinge die diese schon längst vergessen haben oder nicht bereit sind zu verzeihen.
Also habe ich mir selbst vergeben, die Entscheidungen die ich traf und die mir schadeten und mich so an diesen Punkt brachten, die verloren Jahre die ich stumpf und oberflächlich gelebt hatte, das verpassen von Chancen die ich erst zu spät bemerkte. All dies verzieh ich mir selbst, und auf einmal hatten Selbsthass und Selbstmittleid keine Existenzberechtigung mehr in meinem Inneren.
Von da an ging es aufwärts.Ich konnte wieder gut zu mir sein und mir gutes tun.
Recht schnell merkte ich, für mich ist “Innere Leere” ist nur eine Beschreibung für Schmerz, Angst, Panik und Leid die zusammen mit dem was ich bin und was mich ausmacht eingesperrt waren und als diese negativen Gefühle rausgelassen wurden,ich sie mir angeschaut und dann durchs Verzeihen weggeschickt habe blieb nur noch ich selbst zurück, zwar mit einem Berg von Trauer über den Verlust einer Beziehung mit einem wunderbaren Menschen, aber Trauer kann man eines Tages überwinden und ist nichts im Vergleich zu Angst und Panik.Die Trauer hat eine Existensberechtigung in mir was ich den anderen Gefühlen nicht mehr zugestehe.
Jetzt erforsche ich gerade voller Neugier mich selbst und freue mich auf den Weg der vor mir liegt, mit dem Ziel mich in allen Sitautionen fühlen zu können und so allem was kommen möge gewachsen zu sein.
Ich mache jetzt übrigens jeden Tag eine 30 min lange Übung mit Hilfe des Hörbuchs “Liebe dich selbst. Sich selbst annehmen und dadurch die Liebe zu anderen entdecken” und merke das es mir gut tut und hilft mich auf mich zu fokusieren.Wenn jemand Probleme hat zur Ruhe zu kommen oder damit sich auf sich zu selbst konzentrieren kann das oder änliches vielleicht Hilfestellung leisten.
Ich hoffe das mein Beispiel einigen von euch Hoffnung geben kann und ihr euren Weg geht
Alles Gute
Hallo Anomander,
danke für deine super Beschreibung deines Prozesses. Das ist wirklich erstaunlich, wie du das so für dich alleine hingekriegt hast. Respekt! Es zeigt, dass das Fühlen die Heilung bringen kann. Es wird wohl bei dir noch einige Prozesse geben, aber bleibe dran und übe dich im Fühlen. Dann wird alles gut. Und halte dich vom Kiffen fern! Wie du ja selbst schreibst, deckt das die Gefühle zu bzw. manipuliert sie.
Die Gefühle sind ein Teil von dir, und wenn du die Gefühle ablehnst, lehnst du dich selbst ab. So entsteht Selbsthass und Minderwert.
Und es ist so schön: wir haben wirklich den ganzen Reichtum in uns drin. Wie du schreibst: du erforschst dich jetzt voller Neugier. Jeder ist wie ein ganzer Kontinent, den es zu erforschen gilt. Da muss man sich garnicht mit Außendingen ablenken. Noch nicht mal mit Frauen …
Alles Gute Dir weiterhin
Ronald
Hallo Roland nochmal sorry das ich dich hier so zu spame. Ich kEnne diese innere Leere sehr gut. Ich komm mir vor wie ein Roboter als funktioniere ich nur noch und lebe gar nicht mehr. Am Hinterkopf bei mir steigt immer was auf schon zum zweiten mal es will raus ich hab Angst vor aber ich weiß es würd mir gut tun denn das bin ich. Es kommt mir auch so vor als hätte ich mich abgespalten. Ich weiß nocht womit ich diese Leere fülle ich gehe eigentlich regelrecht runter weil ich nicht soviel mache außer viel Musik hören und rauchen. Wenn ich das rauslasse gibt mir es etwas so ne Art einen festen Standpunkt und ich hab dann auch eine klarere Sichtweise weiß ich will und daa macht mich zufrieden. Genau das will ich. Nur hält dieser Zustand zumindest beim ersten Mal nicht sehr lange an danach lief ich wieder orientierungslos durch die Gegend hab nichts gemacht außer mich mit Krankheiten beschäftigt und nicht das was ich wirklich brauch. Umso stärker dieser Druck wird umso mehr verstehe ich oder kann es nachempfinden was das Leben so bietet. Es ist wie du sagst ein Erwachen als ob ma neugeboren wird. Kennst du das was ich beschreibe und wird das irgendwann ganz verschwinden diese Leere? Ich wäre dir sehr dankbar für eine Antwort denn ich brauch Hilfe. Die hier in der Klinik wollen mir Hebephrenie diagnostizieren. Das erste Mal hieß es Dysthimia, dann schwere Depression und jetzt auf einmal reden die von Hebephrenie. Da kann doch nicht was stimmen. Außerdem fällt mir auf wenn ich das rauslasse ist das so ne Art Erleuchtung ich check das jeder nur an sich denkt in dem Sinne das alles von einer Person ausgeht was er macht. So ist das bei mir nicht gewesen weil ich war gar nicht richtig da. Ich hAb mich so gesehen vergessen und ich wusste auch nicht was will ich. Ich war nur existent mehr auch nicht.
Hallo Hasan,
sorry für die späte Anwort, ich hatte viel Arbeit und jetzt war ich ne Woche in Urlaub…
Das, was du beschreibst, sind schon Erleuchtungszustände, die leider für “normale” Leute wie Verrücktheit rüberkommen. Das kann auch durchaus ineinander übergehen. Also vielleicht bist einerseits schon etwas “verrückt”, aber andererseits sind deine Wahrnehmungen möglich, deine Erkenntnisse richtig. Aber du schreibst ja selbst von deiner Abspaltung. Das ist sicherlich so. Manchmal wirkt so eine Abspaltung des Ich wie eine Erleuchtung, weil du die Sachen nicht mehr aus der Ich-Perspektive siehst. Erleuchtung bedeutet ja egofreies Schauen.
Problem ist nur, dass dein Ich nicht integriert ist. Du kannst das Ich nicht bewusst und stabil anwenden. Dann fehlt dir die Vernünftigkeit, die Alltagstauglichkeit eventuell sogar.
Du musst also dein Ich integrieren, das geht durch GUTE psychotherapeutische Arbeit. Ohne dabei deine erleuchteten Wahrnehmungen zu verlieren (wovon die Psychotherapeuten oft keine Ahnung haben). Wenn du dein Ich integriert hast, dann verschwindet auch die Innere Leere.
Danke für dein Teilen und gutes Gelingen!
Herzlichst Ronald
Halllo Roland bei mir steigt auch immer was auf und zwar im Hinterkopf. Ich krieg Angst und bin immer ziemlich traurig umso stärker das wird, denn ich weiß dann das ich nicht immer nett und lieb bin sondern eine starke Persönlichkeit und das mir sehr viel fehlt am meisten fehlt mir mein Ich. Ist das was du beschreibst? Ich hatte das schon mal rausgelassen danach fühlte ich mich richtig frei und glücklich. Leider hielt dieser Zustand nicht lange an. Jetzt kommt das alles wieder. ich drück das immer weg, weil ich Angst habe und es wie du schon sagst nicht sehen will.
Hallo,
ich kann nicht mehr sagen, als das Ihr Kommentar trifft. Seit Jahren habe ich immer wieder solche Schübe. Schübe von innerer Leere und kompletter Unzufriedenheit. Nichts füllt mich aus. Ich kann meine Arbeit nicht verantwortungsbewusst verrichten und die Chance, die mir zuteil wurde, nicht aktiv würdigen. Ich studiere Theologie und komme aus einem schwierigen Haushalt. Seitdem schaffe ich es nicht, wie ich es sollte mit meinen 24 Jahren.
Du sprichst von einem “inneren Kind”. Zunächst klingt das für mich plausibel und einleuchtend, aber nun frage ich mich, wie ich mich ihm zuwenden kann, wie es erreichen. Ich weiß mir nicht zu helfen und die Medikamente vom Arzt machen es nicht besser. Ich habe auf nichts und niemanden Lust. Alles scheint mir langweilig und trivial. Menschen grundsätzlich sind mir zu laut. Und wenn ich Ihnen versuche zuzuhören, kommt nichts an. Ich höre nicht zu. Schlicht und ergreifend Leere. Haben Sie eine Idee was ich tun kann ? Ich glaube auch nicht, dass mich ein Therapeut noch weiter bringen kann. Ich habe schon 2 Jahre Therapie hinter mir.
Es muss doch eine Lösung geben….
Hallo Lorenzo,
bitte entschuldige die späte Antwort. Ich habe leider oft viel Arbeit und da bin ich nicht dazu gekommen, auf deinen Kommentar zu antworten. Und habs dann auch übersehen, nachdem es erstmal nach unten in der Liste gerutscht war …
Theologie und schwieriges Elternhaus: das deutet schon mal auf Problempotential hin.
Inneres Kind: es gibt Therapeuten, die das anwenden. Es gibt ein Buch von den Begründern:
Aussöhnung mit dem inneren Kind
Medikamente: sind keine Lösung, können nur Symptome bekämpfen und in Notlagen nützen, um Schlimmeres zu verhindern.
Lustlosigkeit: ist in deiner Situation leider normal.
Therapeuten: ja, die haben meistens keine Ahnung. Die GUTEN muss man mit der Lupe suchen. Aber es gibt sie.
Mein Rat: Bete zu Gott. Da du Theologie studierst, nehme ich mal an, dass du gläubig bist. Die Gebete helfen wirklich. Bete ehrlich und von Herzen um Heilung und Hilfe für deine Situation. Und vertraue auf Gott. Er wird dir sicher helfen. Das funktioniert! Er kann dir helfen, die richtige Therapie/Therapeuten zu finden.
Ich war ja in einer 12-Schritte-Klinik, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das hat funktioniert. ich habe das in meinem neuen Buch beschrieben:
http://www.burnout-und-sucht.de.
In dem Buch steht vieles drin, was dir helfen kann.
Es gibt eine Lösung!
Alles Liebe
Ronald
wow…. dieser text ist so treffend! genau so fühle ich mich, wenn ich diese innere leere spühre, ohnmächtig und betäubt. unter anderem entsteht bei mir allerdings auch noch so ein druck im kopf und diese leere scheint mir manchmal die luft wegzuschnurren…
Danke für dein Teilen!
Ich habe das selbe Problem mit der inneren Leere. Das einzige was sie auszufüllen vermag ist viiiel Alkohol. Nun weiss ich dass das längerfristig sicherlich keine Lösung ist, sonst hab ich schon bald ein noch viel grösseres Problem.
Du schreibst man soll sich dem Kinde zuwenden, Ronald. Und das tu ich auch, aber trotzdem kann ich diese Leere, dieses unstillbare Hungergefühl, nicht befriedigen.
Ich werde wohl nächstens ärzliche Hilfe in Anspruch nehmen, warscheinlich habe ich die Selbsttötung meines Vaters noch immer nicht recht verarbeiten können und brauche hier Unterstützung.
Hallo,
du schreibst von der Selbsttötung deines Vaters. Das ist eine sehr heftige Sache. Da ist es völlig normal, dass du so fühlst. Alkohol ist allerdings tatsächlich keine Lösung. Es verdrängt nur den Schmerz und verhindert die notwendige Trauerarbeit. Du solltest auf jeden Fall therapeutische Hilfe annehmen. Das ist ein Trauma, wenn sich der Vater tötet. Damit ist überhaupt nicht zu spaßen. Wie alt bist du denn?
Gruß Ronald
Hi Ronald
Danke für die Antwort. Ich bin 33 und der Vorfall ist auch schon 10 Jahre her, trotzdem scheint diese Wunde nicht ganz zu heilen.
Inzwischen geht es mir aber wieder besser; beruflich hat sich vieles zum Besseren gewendet und das Gefühl der Leere ist wieder mehr in den Hintergrund getreten. Trotzdem werde ich Deinen Ratschlag beherzigen und mich in therapeutische Hilfe begeben falls sich meine Lage wieder verschlechtert. Ich befürchte einfach dass durch eine solche Behandlung erst Probleme erzeugt werden könnten und es mir danach noch schlechter geht als zuvor.
Liebe Grüsse
Tom
Hi Tom,
der erstbeste Therapeut ist vielleicht nicht gleich der beste. Spüre hin und vertraue auf dein Gefühl, ob es sich gut anfühlt, mit der oder dem Therapeut/in. Ein guter Therapeut wird dich behutsam durch den nötigen Trauerprozess hindurch führen. Das kann schon nochmal den Schmerz hochholen. Aber wenn Schmerz hochkommt, dann deshalb, weil welcher da ist. Wenn du es wirklich verarbeitet hast, dann bleiben deine Gefühle ganz ruhig, wenn du an deinen Vater und seine Tod denkst.
Diese Verarbeitung wird dir Gesundheit und innere Fülle geben. Das kann sogar ein spirituelles Erwachen bewirken. Dann kannst du glücklich und weise dein Leben genießen.
Viel Glück und Gesundheit
Ronald
Ich habe nur ein paar Sätze gelesen, vielmehr überflogen und fühlte mich innerlich schon so berührt, bewegt, angesprochen, dass auch prompt die Tränen kamen. Ich habe eine Reise durch mein Innerstes hinter mir, bei der ich so ziemlich jedem Gefühl begegnet bin, das ich kenne und welches man als Mensch haben kann. Dabei habe ich auch furchtbare und verstörende Zustände innerer Leere, Gefühle des Abgespalten-Seins, Gefühle, mich selbst völlig verloren zu haben erlebt. Ohnmacht, Angst – sogar Panik, irre Verzweiflung, Einsamkeit, Sehnsucht, Schmerz, Wut, Trauer … keine Ahnung, was da noch alles war; mehr Chaos geht gar nicht und am Ende wusste ich so gar nicht mehr, wer ich bin, wer ich war und wer ich denn nun sein möchte, wonach genau ich mich so sehne. Ich sehne mich nach mir selbst. Die Tränen einfach kommen zu lassen, ohne drüber nachzudenken, oder den Schmerz zu bekämpfen, hat etwas Tröstliches. Oft glaubte ich nämlich, innerlich tot zu sein, nicht fühlen zu können. Das stimmt aber nicht. Da gibt es sogar sehr viele Gefühle, die gespürt und frei gelassen werden möchten. Sie sitzen sehr tief, teilweise sogar irgendwo verborgen, hinter der Mauer des Selbstschutzes, aber sie sind da.
Ich habe das Schlimmste überstanden und hoffe, mit professioneller Hilfe meinen Weg weitergehen zu können. An diejenigen unter Euch, die diese schrecklichen Gefühle innerer Leere kennen und sie fürchten und glauben, dieses Loch stopfen zu müssen, indem sie etwas im Außen suchen: Das müsst Ihr nicht. Da ist bereits etwas in Euch, was nur nicht greifbar ist. Ich wünsche Euch den Mut und die Kraft, es finden zu können – Euch selbst finden zu können und vor allem: tröstet das innere Kind in Euch, auch wenn Ihr es vielleicht nicht leiden könnt, nicht ansehen, nicht spüren wollt. Es hat sehr viel Leid erfahren und der erwachsene Teil von Euch möchte es nicht sehen, will diesen Schmerz nie mehr durchmachen müssen, sondern loslassen. Viele von uns müssen aber zunächst alles berühren, was da ist, um wirklich loslassen und Euch befreien zu können. Ich muss das auch und will es nicht, hab Angst davor. Ich fürchte aber, mir bleibt nichts anderes übrig.
Viel Glück Euch allen.
liebe Grüße
Sabrina
“Ich habe eine Reise durch mein Innerstes hinter mir, bei der ich so ziemlich jedem Gefühl begegnet bin, das ich kenne und welches man als Mensch haben kann.” Da möchte ich nochmal anknüpfen, weil ich auch sehr schöne Momente erfahren habe, in denen ich mich frei fühlte, Glück und Liebe empfand. Es ist allerdings sehr, sehr wichtig, sich bewusst zu sein, ob die Gefühle, die man hat, echt sind und nicht etwas zwanghaft Erzeugtes, weil Sehnsüchte nach schönen Gefühlen so groß sind. Doch, wenn man sie erst einmal erfahren hat und erkennt, dass man auch zu diesen Gefühlen wirklich fähig ist, ist es einfach nur schön. Solche Momente sind es, die das Leben lebenswert machen.
Und vergesst bitte niemals: Gefühle dürfen nicht nur sein, das heißt, Ihr dürft sie nicht bekämpfen (!), sondern müssen es sogar. Gefühle bedeuten, sich selbst zu erleben, also auch zu leben. Habt keine Angst vor dem, was in Euch ist. Es will Euch nichts Böses.
Sabrina
Hallo Sabrina,
vielen vielen Dank für Deine beiden Kommentare. Du sprichst mir aus dem Herzen. Das mit den schönen Gefühlen kenne ich auch. Ich habe dazu auch einen Blog-Beitrag geschrieben: “Die reine Freude“. Die durfte ich nämlich nur erleben, weil ich zuvor auch den Schmerz erlebt habe.
Zur Zeit habe ich auch wieder Schmerz, weil ich unglücklich verliebt bin. Da kommt so viel Einsamkeit und Angst hoch. Aber es ist doch auch ein Gefühl in mir, wofür der andere nichts kann. Es ist schwer, es auszuhalten. Es ist unangenehm. Außerdem verabschiede ich mich gerade von meiner alten Heimat, bin ja umgezogen. Wenn man so mitten drin ist, ist es echt sch… Aber wenn man durch ist, ist wieder ein Stück Wachstum geschehen. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die ich immer wieder mache. Danke für Deine tröstenden Worte
Hallo Ronald,
Es war auch ein Versuch, mich selbst zu trösten. *seufz* Ich muss seit ein paar Tagen immer wieder weinen, weil ich innerlich auch Abschied nehme und mir bewusst bin, dass ich viel verliere, was schrecklich, aber auch schön war. Verluste tun weh, machen Angst, denn prompt ist wieder diese Leere da und eine neue Suche beginnt. Deine Worte sagen mir, dass wir da etwas recht Ähnliches erleben. Wir verabschieden uns von etwas Altem und befinden uns mitten in einem Prozess nach etwas Neuem. Unglücklich verliebt, ja. “Du leidest nicht, weil sie Dich nicht liebt, sondern, weil Du sie liebst. Das Gefühl ist in Dir.” So die Worte desjenigen, den ich auf verquere Weise auch geliebt habe und den ich gerade loslasse. …
Ich wünsch Dir, dass Du den Schmerz ertragen kannst und er Dich zu neuem Glück führt.
Hallo Sabrina,
danke für Deine guten Wünsche, die ich dir auch wünsche. Zum Glück habe ich noch ein paar gute Leute um mich herum, mit denen ich reden kann. Aber natürlich muss ich meine Entscheidung selbst treffen. Es hilft, zu reden und sich dem richtigen Menschen mitzuteilen. Manchmal bin ich stark, manchmal bin ich schwach. Stark bin ich nur, wenn ich bei mir bin. Aber eben, dieses Bei-sich-Sein ist so schwierig für uns Verletzte (betrifft auch Marita und Hassan hier in den Kommentaren). Die Leere ist wieder da … ja, das ist es. Aber eine Freundin von mir, sie ist 80 Jahre alt, gesund, blickt auf ein erfolgreiches Leben zurück und ist ziemlich weise, sagt, dass dieser Schmerz des Abschieds/des Verlusts normal ist, und dass der Schmerz des Unglücklichverliebtseins normal ist. Aber ich sage, irgendwie können gesunde Menschen den Schmerz leichter verkraften. Wenn man als Kind schon diesen Schmerz aushalten musste, dann ist da halt eine empfindliche Stelle. Und immer wenn einer da dran kommt, tut es weh.
Ich glaube dennoch, es gibt eine Heilung. Die Leere, die Angst vor dem Alleinsein, die Angst vor uns selbst – dieses Selbst ist es, was wir finden müssen, das Bei-sich-Sein. Manchmal kann man das nur durch Verzicht erreichen, durch einen Schlussstrich. Oder man kommt den eigenen süchtigen und abhängigen Elementen wirklich auf die Spur, erkennt sie und sie werden durch einen Akt der göttlichen Gnade von uns genommen. Dann erreichen wir das Bei-sich-Sein. Dann ändert sich die ganze Sicht. Und irgendwann kann um dich herum geschehen, was will. Du bist nicht mehr bedingt. Manche Menschen nennen das “spirituelles Erwachen”. Alles Liebe Dir. Ronald.
hi sabrina
ja ich weiß genau wovon du sprichst ,auch ich fühle mich seid vielen jahren immer wieder leer und es scheint jetzt immer öfter und stärker ….und ja ich versuche diese leere zu füllen mit einkäufen ,fernsehen ,männer ,arbeit ….aber sie hohlt mich immer wieder ein und in kürzeren abständen …und ich habe angst !! Angst vor dem allein sein !!
Hi Marita,
ich habe erkannt, dass diese innere Leere Ausdruck einer Sehnsucht ist. Kann es sein, dass Du Dich leer fühlst, weil Du unzufrieden bist, aber nicht genau weisst, woran das liegt? Einsamkeit ist furchtbar, aber sie ist es erst recht, wenn Du Dich selbst nicht magst, sonst könntest Du immer sagen: “Ich bin nicht alleine, denn ich habe doch mich selbst und ich mag mich so, wie ich bin!” Ronald spricht es auch an: Es geht darum, sich selbst treu zu bleiben, immer bei sich zu sein, egal, was geschieht.
Ich habe auch erkannt, dass Erkenntnisse erst dann wirklich weise sind, wenn man sie umzusetzen und nach ihnen zu leben weiß. Ich finde es wichtig, sich dessen bewusst zu sein, was in einem geschieht, dann kann man anfangen, zu verstehen …
Ich wünsche Dir viel Glück dabei! Ich bin auch noch auf meinem Weg und gerade erneut dabeu, herauszufinden, welcher der Richtige ist.
Hallo, Ronald ist es auch normal das man sich von sich abspaltet und sich fremdgesteuert fühlt. Ich hab mich abgespalten und sehe die Welt nicht mehr mit meinen eigenen Augen.
Lieber Ronald, ich habe diesen Artikel von dir in der neuen “Sein” gelesen… drei Mal hintereinander, und jedes Mal kamen mir dabei die Tränen. Du hast das Thema wirklich in wunderschöner Art und Weise auf den Punkt gebracht, und ich wollte mich einfach dafür bei dir bedanken. Ich kenne dieses Gefühl der Leere nur zu gut, und habe es früher auch versucht mit allem Möglichen zu füllen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass diese Momente unschätzbar wertvoll sein können, wenn ich den Mut habe, mich ihnen zu stellen. Vielen Dank nochmal und alles Gute für dich, cosmiclove
Hallo Cosmiclove,
danke für deine Rückmeldung. Da kommen mir die Tränen, denn es ist so schön, von anderen gefühlt und verstanden zu werden. Danke Dir. Gruß und ein erfülltes und friedliches Osterfest wünsche ich Dir, Ronald
Wieso sagt mir das kein Psychotherapeut? Und woher wissen das? Ich kenne das Gefühl das etwas in mir aufsteigt und ich dann immer davor weglaufe weil ich so große Angst davor habe, aber ich hasse das. Ich hasse das über alles.
Hallo Hasan, die Psychotherapeuten haben oft zu wenig Wissen darüber. Ich weiß das, weil ich es selbst durchgemacht habe und vielleicht das Glück hatte, die richtigen Quellen zu finden, die mir helfen konnten. Mir hat vor allem das 12-Schritte-Programm geholfen, und eine 12-Schritte-Klinik. Aber auch sonst so einiges, was ich mir im Laufe der Jahre zusammengesucht oder durch Selbsterforschung erarbeitet habe.
Ronald ich habe diese Leere schon solange und sie ist schon ein Normalzustand. Wenn ich längere Zeit alleine bin, will bei mir auch was raus. Allerdings kriege ich dann Panik, fang an zu zittern und habe Angst mich selbst umzubringen, weil ich dann den Schmerz spüren muss und alles was dazu gehört. Ich wehre mich tierisch dagegen, ja ich hasse es und dann laufe ich immer zu meinen Eltern, wo die heile Welt weitergespielt wird. Ich hab Angst danach ganz alleine dazu stehen, ich hab soviele Ängste,verrückt zu werden usw. es funktioniert bei mir eigentlich gar nichts mehr richtig, ich rede mir alles nur schön, es wird nur schlimmer. Was kann ich dagegen tun?
Kannst du mir eine Klinik entfehlen die diese 12 Schritte verwendet. Ich hab mir jetzt ein Buch gekauft von Susanne Hühn, Loslassen und Vertrauen. Ist ein 12-Schritte Buch. Aber ich kann und will meine Eltern irgendwie nicht loslassen, obwohl mir das schon tierisch auf die Nerven geht. Bin jetzt in einer teilstationären Einrichtung und ambulanter Behandlung, aber ich habe das Gefühl ich trete auf der Stelle aufgrund dieser Leere. Ich weiß nicht mehr wohin mit mir. Ich hab nämlich auch das Gefühl, die Klinik hat nicht soviel Ahnung davon, was mit mir los ist und geschieht, weil wenn ich das den erkläre, sagen die, die wissen nicht, was das ist.
Gruß
Hallo Hasan,
habe Dir ja schon in der anderen Antwort die Kliniken genannt. Eine konventionelle Klinik, wo du wahrscheinlich jetzt bist, hat wohl wirklich keine Ahnung. Jedenfalls finde ich das aufschlussreich, dass du das schreibst, dass sie dich nicht verstehen. Ich hatte das auch so erlebt, als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal wegen Selbstmordgefahr in einer normalen psychosomatischen Klinik war. Die stochern im Dunkeln und sind total hilflos. Außer Neuroleptika und Kneipp-Bädern hatten die kaum was zu bieten. Gesprächstherapie – aber das hilft hier auch nicht richtig weiter. Es braucht tiefenemotionale Arbeit, unterhalb des Denkens und des Intellekts. Nur da kann die Heilung passieren. Man kann das Denken nicht durch Denken ändern, sagte die leitende Therapeutin in meiner 12-Schritte-Klinik (Bad Herrenalb, die haben aber leider dieses Jahr das Therapie-Konzept geändert, deshalb nicht mehr zu empfehlen). Genau so ist das. Es sind die Gefühle, die Angst, der Schmerz, die das Denken erzeugen. Viele denken, es sei umgekehrt. Aber das halte ich für falsch. Die Gefühle sind das Primäre. Gedanken können auch Gefühle erzeugen, aber das sind nur Pseudo-Gefühle, strategische Manipulationen, die dich nur noch mehr von dir abspalten und eine strategische Pseudo-Persönlichkeitsmaske erzeugen. Das ist nicht authentisch. Fühle den Schmerz und die Angst, würde ich sagen. Aber wenn da zuviel davon hochkommt, dann ist es auch nicht gut. Deshalb brauchst du professionelle Begleitung bei dem Prozess. Sonst bringt es dich vielleicht um. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, DEINEN Weg zu gehen.
Hallo Hasan,
auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine 12-Schritte-Klinik ist eine gute Idee, ja. Bad Grönenbach, Hochgrath Klinik und Adula sind da zu nennen. Müssten über Google zu finden sein. Meine Wahl wäre Bad Grönenbach. Die können dir wirklich helfen.
Gruß Ronald
Hallo Hasan,
“Widerstand erzeugt Beistand” dieser Satz hat in mir verschiedene Gedanken und Gefühle ausgelöst. Es mag nach leerem, oder klugscheißerischem Geschwätz klingen, aber ich denke es stimmt, habe es am eigenen Leib erfahren: Den Schmerz zu bekämpfen, vor ihm und somit vor sich selbst davonzulaufen, ist das Schlimmste, was man tun kann, weil der Schmerz ja nicht verschwindet, sondern unterdrückt, regelrecht vergraben wird und sich irgendwann doch Luft verschaffen möchte. Unterdrückte Gefühle wachsen. Ich glaube, das hast Du selbst erkannt. Nimm den Schmerz an, nimm ihn ganz bewusst wahr und tue, wonach Dir ist, um ihn raus (frei) zu lassen; natürlich ohne Dir selbst oder anderen weh zu tun. Das Gefühl, verrückt zu werden, habe ich auch kennengelernt. Gefühle sind aber nicht verrückt, machen uns nur manchmal ziemlich große Angst. Und Du bist mit Sicherheit auch nicht verrückt! Ich wünsche Dir alles Gute, dass Du es schaffst, Dich mit Deinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Sie sind in Dir. Sie sind Du. Sei lieb zu Dir selbst.
liebe Grüße, Sabrina
Hallo Ronald, ich fühle schon mein Leben lang diese innere Leere, es hängt wohl überwiegend mit meiner Erkrankung, den Depressionen zusammen. Aus diesem Grund bin ich frühberentet und fühle mich dadurch sozial sehr isoliert. Hinzu kommt noch, dass ich hochsensibel bin und nur wenige Menschen in meiner Nähe aushalten kann. Ich empfinde nicht nur im Inneren, sondern auch in meinem äußeren Leben diese Leere. Ich habe keine Arbeit, wenig Geld, die Beziehung zu meinem Freund war und ist mehr Tiefen als Höhen unterworfen und wird sich über kurz oder lang auflösen und seit Jahren muß ich meine kranke Mutter pflegen, die selbst an Depressionen leidet und sich in die völlige Passivität versetzt hat und ihren Haushalt nicht mehr versorgen kann. Ich habe schon jahrelang den Eindruck, dass ich keinen Einfluß mehr auf meinen Lebensplan habe und mich, wie in einem Gefängnis, nach äußeren Vorgaben richten muß, die mir aber nicht im geringsten recht sind und nicht meinen eigenen Lebenswünschen entsprechen. Hinzu kommen noch meine MInderwertigkeitsgefühle, weil ich nicht wie andere Leute es tun, davon erzählen kann, was ich alles habe und tue. Ich finde im Außen schon lange keinen Halt und keinen Trost mehr und leide aufgrund der gesamten Situation auf dieser Welt an Weltschmerz. Allein wie die Menschen miteinander, mit den Tieren und der Natur umgehen macht mich fertig und ich kann deswegen kaum richtig schlafen. Ich bin ein psychisches Wrack und sehne mich oft einfach danach zu sterben und auf keinen Fall hier wiedergeboren zu werden. Als psychisch kranker Mensch habe ich immer Angst abgelehnt zu werden, da man mich für zu empfindlich und sensibel hält, weil ich mit allen leidenden Wesen mitfühle und z.B. in Tränen ausbreche, wenn ich Tierquälerei oder einen Tiertransporter sehe. Diese Sprüche habe ich schon so oft in meinem Leben hören müssen. Dann ist man irgendwann lieber alleine, als sich immer die Kritik und das Unverständnis der anderen anhören zu müssen. Außerdem bin ich gar nicht in der Lage den Forderungen der anderen zu entsprechen. Die wollen etwas unternehmen, etwas erleben, Fun und Aktion haben. Das kann ich leider nicht bieten, da ich nicht belastbar genug bin und viel zu schnell erschöpft und ausgelaugt bin. Würde ich nicht an Wiedergeburt und Karma glauben und hätte ich nicht die wage Hoffnung, dass es einen Gott oder ein übergeordnetes Wesen gibt, so hätte ich mir wohl schon längst das Leben genommen. Meine innere Leere kann ich nur duch meinen Glauben, durch Gedanken an bedingungslose Liebe und Frieden für alle Wesen, meine Liebe zu allen Tieren und durch die Hoffnung auf Erlösung von allen materiellen Leiden ein wenig auffüllen. Ich wünsche allen Menschen, die ähnliche Zustände und Gefühle kennen alles Gute! Danke für Deine Seite und Deine tröstenden Worte!
Natalie
Hallo Natalie, das klingt wirklich nach einer handfesten Depression. Da siehst du natürlich alles sehr negativ, bist empfindlich und alles berührt dich sehr. Hast du dich schon mal mit dem Thema Co-Abhängigkeit beschäftigt? Das scheint mir bei dir in die Richtung zu gehen, wenn ich das mit deiner Mutter höre. Lies mal das Buch von Anne Wilson Schaef mit dem Titel “Co-Abhängigkeit”. Es gibt auch noch andere gute Bücher dazu. Therapeuten haben davon nur selten gehört. Von daher ordnen sie die Symptome oft anders ein. Ich finde darin jedoch eine sehr gute Erklärung, die an die Wurzel der Symptome geht. Wenn du mehr wissen willst, melde Dich wieder. Gruß Ronald
Hallo lieber Ronald,
es ist lieb, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine lange Mail zu lesen. Dafür danke ich Dir! Ja, die Depression ist ziemlich schlimm, dass siehst Du richtig. Gern kann ich mir das von Dir empfohlene Buch über die Co-Abhängigkeit mal besorgen. Allerdings bleibt mir ja nichts anderes übrig als meiner Mutter irgendwie zu helfen, weil ihre Wohnung sonst völlig verwahrlosen würde. Aber ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Tipp. Falls Du noch weitere Tipps für mich hast würde ich mich natürlich freuen. Ein Ertrinkender greift nach jedem Strohhalm. Vielen Dank und Dir alles Gute. Liebe Grüße Natalie
Hallo Natalie,
ja, es ist richtig, Deiner Mutter zu helfen. Da gibt es jetzt wenig Alternativen. Allerdings musst du dich auch um dich kümmern, und manchmal kann man für solche Pflege auch Hilfe von öffentlichen Stellen bekommen. Aber das ist natürlich nicht so einfach, wenn man ohnehin schon depressiv ist. Der einzige Weg, den ich sehe, ist, bei dir anzufangen und gut für dich zu sorgen. Das sind tiefsitzende Dinge, die mit ein wenig positivem Denken nicht zu kurieren sind. Ich war dafür in einer Reha.
Lieben Gruß Ronald
lieber ronald, meine innere leere ist anders als du beschreibst. sie spricht von innerer einsamkeit und sinnleere. ich fühle mich nur richtig gut, wenn ich außenreize erlebe und sinnvolle herausforderungen habe. wenn ich zu menschen tiefe und herzliche beziehungen habe. das alles ist stimulanz, die ich zum leben brauche. gerate ich in eintönigkeitr und routinearbeit, überfällt mich die innere leere. ich hatte sie 15 jahre nicht mehr- nun ist sie zurück gekommen und ich hasse sie. sie macht mich lebensmüde.
nicht dass ich mich umbringen will, doch ich sehe keinen sinn. wenn ich mich dann aufraffe und klavier spiele, singe, bete, füllt sich diese leere- das ist allemal besser als süchten zu erliegen. ich glaube, dass christus in unsere innere leere hinein möchte
ja genauso geht es mir auch ,ich brauche auch diese aussenreize sonst verfalle ich in traurigkeit und ziellosigkeit ,ich schaffe es nicht mit mir alleine zu sein !
Lieber Ronald,
. Verdränge ich damit nur, oder verarbeite ich? Bzw., ist es schädlich innere Leere durch Üben anstatt durch Schokolade auszugleichen? Ich meine Leere scheint mir ein sehr guter Antrieb zu sein, nicht?
Dein Text beschreibt genau den Gefühlszustand den ich manchmal habe wenn ich alleine bin. Doch ich nutze ihn um zu Arbeiten, immer wenn mich Leere befällt, setz ich mich ans Klavier, die Klampfe, die Schreibmaschine
Hallo Philipp,
das Üben ist sicher etwas besser als Schokolade oder Alkohol, Drogen oder sonstige Süchte. Die Leere ist ein Antrieb. Aber ich glaube nicht, dass die Leere dadurch verarbeitet wird. Die innere Leere ist dann verarbeitet, wenn sie aufgehört hat. Dann kommt die innere Fülle, dann lebst du. Von innen heraus.
Innen ist ganz schon weit innen. Oft denken wir, wir würden etwas wirklich von innen heraus fühlen und wollen, aber es ist nur eine weitere strategische mentale Schicht. Arbeit oder Musik zu nutzen, um die Leere wegzumachen, ist keine Lösung. Arbeit und Musik sind aber etwas Wunderschönes, wenn sie aus der Freiheit und dem Frieden der inneren Fülle heraus geschehen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut, dich deiner innere Leere zu stellen. Dort bist du. Alles Gute. Sei umarmt.
Hallo Ronald,
ich finde des Text auch wahnsinnig toll! Ich bin schon vor ein paar Monaten zum Thema Nachbeelterung gekommen und mache das seitdem intensiv, leider gelingt es mir nicht immer, mein inneres Kind zu trösten, ich möchte mich dann bei meinem Partner nachbeeltern lassen, aber das geht ja nicht.
Hast du noch Ideen für mich, wie man es schafft, auch bei Rückschlägen bei sich zu stehen und sich selbst den Schmerz zu nehmen?
Viele liebe Grüße
Carmen
Hallo Carmen,
ich glaube, es ist wirklich notwendig, den Schmerz anzunehmen. Du kannst dir den Schmerz nicht selbst nehmen. Du kannst ihn nur fühlen. Ich habe erfahren, wenn ich den Schmerz unverstellt fühle, hat das auch eine Schönheit, weil ich mich dann selbst spüren kann. Es ist vielleicht das Schönste überhaupt, sich selbst zu fühlen. Es tut zwar weh, aber es ist meine Wahrheit, und das tut gut.
Der Schmerz ist ein Gefühl, und das dauert nur einige Minuten! Danach kommt Frieden und Ruhe, manchmal sogar Glückseligkeit. Allerdings kann man das nicht mit einem Mal erledigen. Es kommt immer wieder Schmerz, portionsweise, je nachdem wieviel wir tragen können. Das macht Gott so, dass wir es verdauen können.
Du kannst also immer zu Gott beten, oder zu einer Höheren Macht, wie du sie verstehst. Es gibt keine Vorschriften oder Regeln. Mach es so, wie du es fühlst. Bleibe ehrlich. Es geht nicht darum, bei jemand anderem gut anzukommen, sondern bei dir gut anzukommen.
Die Rückschläge gehören dazu. Wir sind nicht vollkommen. Wenn wir vollkommen wären, wären wir keine Menschen. Du bist gut so, wie du bist. Auf dem Weg.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, und Beharrlichkeit. Es wird immer besser.
Vielen Dank für den wirklich tiefgehenden und – zumindest für mich – heilsamen Beitrag. Wolfgang
Lieber Ronald….
ich kann mir meinen all zu häufigen Zustand nicht erklären und frage mich, ob andere auch so fühlen. Jetzt hab ich einfach mal nach innerer Leere gesucht und bin auf deine Seite gekommen. Der Text hat mich getröstend und macht Hoffnung. Oder ist es einfach nur normal sich so zu fühlen, wenn es einfach keine Eltern gab und gibt , die mich lieben. Meine Mutter hat mir vor nicht allzu langer Zeit erklärt, dass sie zu alt ist um mich zu lieben und das man dafür einen Partner hat. Aber ein Partner kann doch nie liebende Eltern ersetzen,oder ?Kann man sich Liebe wirklich selber geben…gibt es irgenwo noch konkrete Beispiele …und wirkt es wirklich…ich möchte diesen Zustand so gerne mal spüren.
Danke für deine Seite !
Viele Grüße
Heike
Liebe Heike, wenn es keine Eltern gab und gibt, dann ist es normal, so zu fühlen. Du wurdest in der Kindheit emotional nicht genug genährt. Ein Partner kann die liebenden Eltern nicht ersetzen, nein. Das ist eine andere Form von Liebe und wenn man den Partner als Elternteil haben will, geht die Beziehung zum Partner schief. Du kannst dich aber selbst beeltern. Und wenn du eine vertraute Freundin oder Freund hast, kann das eventuell so jemand teilweise machen. Es gibt ein schönes Buch, das habe ich unlängst gelesen:
John Bradshaw: Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst? Knaur MensSana, München 2000, Tb., 384 S., € 9,99
Das kann Dir eine gute Hilfe sein, obwohl es “nur” ein Buch ist. Auch mein Blog-Beitrag “Eine Reise in das Gefühl” (http://ronaldengert.com/2011/12/09/eine-reise-in-das-gefuhl/) dreht sich um das Thema. Es ist eine tiefenemotionale Heilung nötig. Das geht nicht über das Denken, die Vernunft oder “Reiß Dich zusammen”-Sprüche. Ich wünsche Dir von Herzen viel Genesung und Trost. Kennst du die 12-Schritte-Gruppen?
Alles Liebe
Ronald
lieber ronald
ich bin so froh das ich diese Seite gefunden habe ,weil ich schier verzweifele ! Ich finde mich in den Beiträgen der Anderen wieder …bin schon viele jahre leer ,wußte es nur nicht ! Konnte dieses Gefühl der Einsamkeit und Traurigkeit nicht einordnen ,suchte immer nach Ersatz und füllte, und fülle noch diese Leere mit allem möglichen Dingen nur um dem Schmerz zu entgehen ! Aber er kommt immer wieder !
Ich war bis vor kurzem in Therapeutischer Behandlung aber mein Therapeut sagt ich wäre nicht Therapiefähig weil diese Leere von meinem fehlendem Urvertrauen kommt ,war als Kind bei verschiedenen Leuten und abwechselnd bei meiner Mutter , und das Urvertrauen bekommt man nicht mehr .Ich müsste lernen damit zu leben !
Das machte mich noch trauriger ,noch dazu kommt das ich emotional völlig abhängig bin von meinem Partner ,welcher sehr unstabil ist . Ich möchte so gern geborgen sein und wärme spüren aber ich kann es nicht schaffen ! Manchmal weine ich tagelang weil ich diesen Schmerz nicht aushalte ,mein Therapeut riet mir zu Psychopharmaka aber ich glaube nicht das das die Lösung ist ! Ich fühle mich hilflos denn ich kann mit niemandem darüber reden ,die sagen alle “geh zum Therapeut” oder hören erst garnicht zu ,nehmen mich nicht ernst ! Ich weiß nicht mehr was ich tun soll !
gruß marita
Liebe Marita,
das ist schön, was du schreibst. Es ist ehrlich und du fühlst. Du fühlst Einsamkeit und Traurigkeit. Was du von deiner Kindheit schreibst, ist die typische Vorgeschichte. Das ist die Verletzung, und da ist das Urvertrauen gestört. Dass du dann den dazu passenden Partner ausgewählt hast, ist folgerichtig. Und dass es dir jetzt so geht, auch. Es ist so gemein, dass Menschen so verletzt werden, durch Lieblosigkeit, mangelnder Fürsorge, emotionale Abwesenheit der Eltern usw. Dafür kannst du nichts. Du bist nicht verantwortlich für deine Krankheit. Aber du bist verantwortlich für deine Genesung. Damit will ich sagen, du hast eine Chance.
Schade, dass du keine Menschen zum Reden hast. Leider gibt es wenige kompetente Menschen. Versuche, solche Menschen zu finden. Kennst du “Emotions Anonymous”, die 12-Schritte-Gruppe? Da könntest du Menschen finden, die dich ernst nehmen.
Das mit den Psychopharmaka ist sicherlich keine Lösung. Aber manchmal kann es helfen, um erstmal wieder runter zu kommen. Von da aus kann man dann besser was anfangen. Manche sind gut verträglich. Das hängt vom einzelnen Menschen ab.
Die Heilung kommt natürlich von woanders. Die kommt von da, wo jetzt die Leere ist. Denn da bist du.
Alles Liebe
Ronald
Hi,
Das, was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Du sagst, dass Du vor dem Schmerz wegläufst, weil er zu schlimm ist. Tu das bitte nicht, denn genau das ist es, was es schlimmer macht. Ich denke, Du solltest Dich dem Schmerz stellen, brauchst aber dringend jemanden, der Dich dabei begleitet, Dich tröstet und Dir Vertrauen in Dich selbst schenkt. Ich kenne auch dieses Gefühl, dass einem niemand zuhört, einen in seinem Schmerz nicht ernst nimmt, nicht begreifen kann, wie sehr man unter sich selbst leidet. Das vergrößert die Einsamkeit und man fühlt sich, als würde man umherirren, richtungslos und hilflos und verzweifelt. Das ist sehr, sehr ernst. Du brauchst dringend Hilfe, um dieses Vertrauen wiederzufinden und zu wissen, dass Du Dich nicht bei jemand anderem finden kannst. Du musst lernen, an Dich zu glauben, denn so wie ich das sehe, haben Dich negative Erfahrungen so geprägt, dass Du nicht glauben kannst, auch mal Schönes zu erfahren, sogar Angst davor hast. Vielleicht so große Angst, es zu verlieren, dass Du dagegen mauerst (?) So geht es mir. Das Gefühl, niemand zu sein, nichts zu sein, wenn ich das, was ich festhalte, verliere. Rede unbedingt mit jemandem und achte dabei auf Dein Gefühl. Es ist ganz wichtig, dass Du Dich verstanden fühlst und Vertrauen aufbauen kannst.
Nochmal alles Gute für Dich!
Ich selbst leide auch gerade, weine fast jeden Tag, weil ich dafür gekämpft habe, mich innerlich zu befreien, glücklich zu sein und zu lieben. Nun herrscht wieder Trostlosigkeit und das Gefühl, nicht mehr lachen zu können und zu spüren, dass es von Herzen kommt. Es ist wirklich schlimm. -.-
P.S. Gibt es die Möglichkeit, mal außerhalb dieses Blogs miteinander zu reden?
Lieber Ronald,
genau nach solchen Worten, erklärenden, tröstenden hatte ich heute gesucht. Ich habe mir jetzt fest vorgenommen meinen Schmerz immer ganz wahr zu nehmen und mich dann zu trösten……danke dafür
Ich bin auf dem Weg…. es wird ein langer werden….
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute Christiane
Liebe Christiane,
danke für Deine Rückmeldung. Es freut mich sehr, wenn Dir mein Beitrag helfen kann. Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du bei Dir ankommen kannst. Es geht nicht darum, besser zu werden, sondern Du selbst zu werden. Alles Liebe, Ronald
Berührendes Kopfkino, was hier wohl sonst noch für Filme abgelaufen sind, in den einen oder anderen Kopf,danke (=
Lieber Ronald, heute sitze ich hier daheim und erlebe mich bedürftig, meine jemand anderen zu brauchen, ja fühle mich auch ein wenig leer, weiß nicht so recht mit mir was anzufangen und ich finde Deinen Text und verstehe überhaupt nicht, wie so ein schöner Kommentar, ohne Kommentar da steht. Ich danke Dir für die klaren und tröstenden Worte in Deinem Text, sie machen mir auch Mut. Nicole
Hallo Nicole,
ich danke Dir für Deine Worte. Gruß Ronald