Neues, Politik

Wem nützen die Verschwörungstheorien?

Die einzige Verschwörungstheorie, die ich für realistisch halte, ist die, dass die Rechten die Verschwörungstheorien verbreiten. Es ist schon auffällig, dass mit dem Erstarken der politischen Rechten auch die Verschwörungstheorien zunehmen. Facebook wird mehr und mehr davon überschwemmt, und es war nur eine Frage der Zeit, dass auch zu Corona die passende Verschwörungstheorie ausgerollt wurde.

Es ist immer die gleiche Erzählung. Grundlegende Elemente des Narrativs sind immer, dass es eine absichtliche und gesteuerte Aktion ist, um die Bürger in ihrer Freiheit einzuschränken oder bestimmte Rechte abzuschaffen. Es gibt eine mutmaßliche Gruppe, die alles steuert. Diese Gruppe ist von Grund auf böse und hat eine unglaubliche Macht. Alle anderen sind ihre Opfer und völlig hilflos. Das System ist korrupt und völlig kaputt und muss abgeschafft werden.

Wenn die Menschen erst mal glauben, dass das System schlecht und böse ist, ist es nur noch ein kleiner Schritt in die Arme der rechten Ideologien, wie sie von AfD, den Identitären, der NPD und ähnlichen Gruppen vertreten wird. Die rechte Ideologie hat als Kernüberzeugung, dass das herrschende System ein korruptes und böses System ist, dass durch die internationale Finanzoligarchie gesteuert wird, das Volk und die einfachen Bürger unterdrückt und mit durch und durch bösen Absichten regiert. Usw. usw.

Warum kann das nicht stimmen?

Es wird vergessen, dass jeder Mensch seinen eigenen kritischen Geist hat und sich von niemandem unterdrücken lassen möchte. Es gibt Hunderte und Tausende Millionen von Menschen, die alle irgendwo in der Gesellschaft etwas tun. Sie arbeiten in Institutionen, in der Presse, in Initiativen, in Startups, in der Landwirtschaft, im Tourismus, im Gesundheitssystem, im Handwerk, in den Ausbildungsstätten. Alle sind Menschen, die frei und selbstbestimmt leben wollen und in ihrem Radius etwas zu sagen haben. Dies betrifft auch die Politik und die Wirtschaft, die vielfältige, weitverzweigte und sehr komplexe Gefüge bilden, in denen Millionen von Menschen leben und arbeiten. Alle haben Kompetenzen, Befugnisse, Entscheidungsmacht. Verschwörungstheorien reduzieren dies auf das aller simpelste Schwarzweißmodell, das besagt, dass es eine kleine Geheimgruppe gibt, die sich voller Absicht dazu verabredet hat, alles zu kontrollieren und zu zerstören, sowie eine überwältigende Mehrheit, die durch ein alldurchdringendes Unterdrückungs-und Überwachungssystem völlig machtlos ist.
Das ist alles viel zu simpel gedacht, weil es der Komplexität der menschlichen Gesellschaft in keiner Weise gerecht wird. Es ist auch ein Affront gegen die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen, gegen seine Würde und Intelligenz. Davon abgesehen sollte allein die Negativität dieses Weltbildes schon zu denken geben. Welcher Geist denkt sich so etwas aus, dass da allmächtige, böse Mächte im geheimen agieren, um die Weltherrschaft an sich zu reißen? Könnte ja sein, dass es ein Spiegel für diese Leute ist, die sich das ausdenken? Vielleicht sind es ihre eigenen Omnipotenzfantasien, die sie nach außen projizieren? Diese Omnipotenzwünsche resultieren aus der subjektiv erfahrenen Ohnmacht dieser Menschen. Im Grunde stehen dahinter Angst und Machtgier. Es sind Vorstellungen des Egos, die die Welt in einen finsteren Ort verwandeln. Es ist das alte mythische und dämonische Weltbild, das durch die Aufklärung eigentlich überwunden werden sollte. Die AnhängerInnen dieser Theorien sind sich des erkenntnistheoretischen Umstands nicht bewusst, dass dies Tatsachenbehauptungen und Interpretationen sind. Sie sind von der Realität dieser Interpretationen überzeugt.

Wie könnte es richtig sein?

Jeder Mensch ist von Hause aus gut. Das sieht man an den Kindern. Wir leiden allerdings unter Unwissenheit, d. h. wir wissen nicht, wie die Dinge zusammenhängen und was Wirklichkeit ist. Wir lernen aber täglich dazu. Wir befinden uns auf einem Weg der Evolution, auf dem es uns zunehmend besser geht. Die gegenwärtige Welt ist die bestmögliche aller Welten. Es ging uns noch nie so gut wie heute. Wir leben hier im Westen, wo diese Verschwörungstheorien zirkulieren, in einer hoch entwickelten Zivilisation, die alles hat, was man sich materiell wünschen kann. Die Menschen, die hier wirklich in großer Armut leben, sind nur noch wenige. Natürlich sollte ihnen noch besser geholfen werden. Wir sind noch nicht am Ende der Evolution angelangt, d. h. es gibt noch vieles, was unvollkommen ist und was noch besser werden darf. Aber wir sind auf dem Weg. Vergleicht man die Situation der Menschen in Deutschland mit der Zeit um 1920, geht es uns heute zigmal besser. Die Menschen hatten damals nicht mal die Kohlen, um ihre Wohnung zu heizen. Viele Menschen sind im Winter mitten in Berlin erfroren oder verhungert. Bei politischen Unruhen wurden reihenweise Menschen auf der Straße erschossen. Solche Dinge gibt es heute deutlich weniger.
Die aktuelle Politik und Wirtschaft sind sehr komplex und es gibt Ambivalenzen und potentielle Tendenzen in die gute und in die schlechte Richtung. Es gibt immer negative Handlungen und positive Handlungen, Führungskräfte, die nur ihrem eigenen Egoismus oder ihrer Machtgier folgen, oder dies ab und zu tun, und andere, die sehr ehrenhaft und ethisch handeln, zumindest meistens. Der Mensch ist im Grunde ein ethisches Wesen und weiß, dass der Schaden, den er anderen zufügt, auch sein eigener Schaden ist. Es ist deshalb sehr wichtig, immer das Gute im Menschen zu fördern und in den vielfältigen ambivalenten Potenzialen, wo niemals gut und böse getrennt auftreten, die entsprechenden positiven Kräfte zu stärken. Eine Theorie, die nur dann funktioniert, wenn man davon ausgeht, dass es super böse Menschen gibt, erzeugt diese bösen Menschen. Mindestens in der Vorstellung derer, die an diese Vorstellungen glauben. Die Realität ist nicht einfach eine objektive Sache, die es nur zu benennen gäbe.
Wir bewerten die Realität fortwährend, und diese Bewertung entsteht in unserem Geist. Sie ist nicht objektiv. Sie ist Gegenstand einer Konstruktion, die bewusst und mit den richtigen theoretischen Prämissen unterbaut sein muss. Wenn wir eine rechte Ideologie als Unterbau verwenden, landen wir im Faschismus. Wenn wir eine Verschwörungstheorie verwenden, landen wir in einer Hysterie. Wenn wir eine demokratische Theorie verwenden, landen wir eventuell in einer gemäßigten Zone, wo zwar nicht alles perfekt ist, wo es aber ein großes Potenzial der Verbesserung gibt. Diese Verbesserung geht sehr langsam vor sich, weil die ganze Gesellschaft sich bewegen muss. Abermillionen von Menschen müssen in dieser Entwicklung mitgehen. Es ist sehr wichtig, realistisch zu sein und die realen Umstände und Bedingungen dieser Entwicklung zu kennen. Eine überhöhte psychotische Reaktion der Panik wird der Realität nicht gerecht.

Was ist das Problem?

Viele Menschen scheinen unter einem Selbstzerstörungssyndrom zu leiden, dass man auch Stabilitätslangeweile nennen könnte. Es geht uns so gut, dass es uns schon wieder langweilig ist und wir mehr Action brauchen. Es juckt uns in den Fingern. Wir müssen das Haar in der Suppe finden. Wir wollen unzufrieden sein. Gerade hier in Deutschland jammern wir auf so hohem Niveau. Gleichzeitig sind wir so faschistisch, dass wir Menschen wie den Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU nicht nur nicht helfen, sondern ihnen das Recht auf ein lebenswertes Leben absprechen. Wir haben dieses wunderbare, lebenswerte Leben, wir leben hier im hochentwickelten Westen wie die Maden im Speck, und verdammen es. Wir können es selbst nicht genießen, genau deshalb, weil es auf dem Leiden anderer Menschen aufgebaut ist. Der kollektive Minderwert und das schlechte Gewissen für die ganzen Schandtaten, die die Menschen hier und da begehen, ruft im Unbewussten nach einer Bestrafung, nach einem Wunsch zur Selbstzerstörung.

Was ist die Lösung?

Diese Selbstzerstörung hat sogar einen realen Sinn, weil tatsächlich etwas in uns zerstört werden muss, nämlich unser eigener innerer Faschist, unsere innere Bosheit, unser Egoismus und unsere Missgunst gegenüber anderen Menschen. Das dürfen wir nicht auf andere Menschen nach außen projezieren und sie für unser Leiden beschuldigen. Wir dürfen nach innen gehen, in unserem eigenen Inneren unseren Schatten bearbeiten und zu echten Menschen werden. Wir können diese Dinge in uns selbst verarbeiten und heilen. Nur dann finden wir zur richtigen und nachhaltigen Lösung, zu einer endgültigen und vollständigen Heilung. Andernfalls wird sich die Selbstzerstörung immer wieder wiederholen, wie wir es jetzt gerade beobachten.
Mit der Aufarbeitung des Schattens kommt die Liebe erst wieder hervor. Dann erscheinen uns auch fremde Menschen nicht mehr feindselig oder bedrohlich. Diese Wahrnehmungen liegen in unseren eigenen Augen. Wer in der Liebe ist, sieht überall die Liebe. Wer im Hass ist, sieht überall den Hass. Wer depressiv ist, sieht überall depressiven Menschen. In die Liebe kommt man aber nur, wenn man seinen Schatten aufgearbeitet hat. Dies macht man in der Therapie und in der spirituellen Praxis. Dann braucht es auch keine Verschwörungstheorien mehr und man sieht die realen Menschen, die alle nach Liebe suchen, das Beste wollen, unwissend sind, nach Schutz suchen, teilweise Angst haben, teilweise fröhlich sind, manchmal schlau und manchmal dumm, oft egoistisch, manchmal liebevoll, und so das ganze Spektrum der Möglichkeiten praktizieren. Es offenbaren sich dann unendlich viele Möglichkeiten. Dann wird eine positive Vision für alle möglich. Dann kann sich das Blatt vielleicht zum Guten wenden. Anderfalls werden wir wieder in den Faschismus und die kollektive Selbstauslöschung rauschen, wie damals 1933.

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Das Wunder des Lebens

Antworten aus Wissenschaft und Spiritualität

Wenn man sich mit der Frage, was Leben eigentlich ist, befasst, findet man viele Erklärungsmodelle, die aber alle nicht so wirklich klar sind. So richtig weiß eigentlich niemand, was Leben ist. Ist es nicht faszinierend, dass ein Grashalm wächst? Dass da, wo vorher nichts war, nun eine Pflanze oder gar ein ausgewachsener Baum steht. Woher kommt dieses Holz oder dieses Zellgewebe? Wie wird aus einer winzigen Eizelle ein Embryo, dann ein Baby und schließlich ein erwachsener Mensch? Wie manifestiert sich ein Apfel?

Obwohl wir täglich von diesem unbeschreiblichen Wunder umgeben sind, wundert sich darüber niemand. Und es versucht auch niemand, dieses Wunder zu enträtseln. Natürlich gibt es da die Wissenschaft, die uns erklärt, dass wir aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Phosphor bestehen. Oder manche Menschen glauben, wir bestehen aus Sternenstaub – eine etwas romantischere Vorstellung, die dem nüchternen Realismus der rationalen Wissenschaft etwas mehr Farbe hinzufügt. Trotzdem sind wir dann immer noch Staub. Sogar die Bibel erklärt uns: „Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Demgemäß wurden wir aus Erde bzw. Staub gemacht und gehen nach dem Tod zurück in diesem Zustand.

Der Mensch im Kosmos

Die Wissenschaft

Die Wissenschaft behauptet, sie könnte uns erklären, was Leben ist. Aber noch keinem einzigen Wissenschaftler ist es gelungen, einen Grashalm oder eine Ameise zu erzeugen. Sie beschreiben nur die materielle Seite des Lebens, die aber nicht die Ursache, sondern die Wirkung des Lebendigen ist. Die Wissenschaftler beschreiben nur das, was sie mit ihren Sinnen wahrnehmen können, das heißt, was sie messen und wiegen können. Ironischerweise ist ausgerechnet die Physik – eine der sich an materiellen Phänomenen am stärksten orientierenden Wissenschaften überhaupt – nun regelrecht dazu gezwungen, nicht-materielle Ursachen für beobachtbare Phänomene zu akzeptieren. Der berühmte Beobachtereffekt (siehe weiter unten) ebenso wie Quantenphänomene*, die die Gesetze von Raum und Zeit übertreten, weisen darauf hin, dass über die kausalen Wechselwirkungen innerhalb der 3-D-Welt hinaus Dinge wirken, die eigentlich keine Dinge sind, weil sie materiell nicht wahrnehmbar sind. Hochkarätige Quantenphysiker wie Carl Friedrich von Weizsäcker oder sein Schüler Thomas Görnitz sprechen von Quanteninformation bzw. auch von Informationsfeldern, die auf die Materie wirken. Philosophischer formuliert könnte man das Prinzip Information auf das Wort Geist oder auch Bewusstsein ausweiten. Der Beobachtereffekt etwa  impliziert, dass Licht sich nur dann als Teilchen manifestiert, wenn es beobachtet wird. Wenn es nicht beobachtet wird, verhält es sich wie eine Welle. Auch ist es nicht möglich, gleichzeitig Ort und Impuls eines Elementarteilchens zu bestimmen. Die Quantenverschränkung von zwei Elementarteilchen, die durch eine Atomspaltung entstanden sind, zeigt eine Verbundenheit der beiden, die zigtausendmal schneller als das Licht interagiert. In der Quantenwelt existiert eigentlich nichts wirklich, sondern nur virtuell als Möglichkeit. Erst wenn wir hinschauen, manifestiert sich etwas als materielles Ding oder als Faktum. Es braucht also diesen Beobachter, um etwas materiell zu manifestieren. Der Beobachter ist ein lebendes Wesen mit Bewusstsein und der Fähigkeit der Wahrnehmung.

Die Spiritualität

Die klassische spirituelle Sichtweise wiederum besteht eher darin, dass die Materie als Illusion oder als Traum betrachtet wird. Sei es nun die christliche Lehre, die das irdische Leben gering schätzt und als Staub definiert, was wieder zu Staub wird, und ein Reich proklamiert, das nicht von dieser Welt ist; oder sei es die indische Advaita-Lehre, die alles Diesseitige als unwirkliche Maya wahrnimmt, die man sich bestenfalls so zurechtträumt, wie es einem gefällt – die körperliche, diesseitige Welt ist nicht die Wahrheit und die Wirklichkeit. Allzu schnell werden von spirituell motivierten Menschen die materiellen Gesetze der Natur ignoriert und man glaubt, man sei allmächtig und könne alles erreichen, was man möchte. Aber es ist ja evident, dass ich als Mensch nicht fliegen kann, obwohl jede Fliege diese Fähigkeit besitzt. Und es ist auch noch niemandem jemals gelungen, dem Tode zu trotzen. Die Tatsache, dass wir sterben müssen, ist so universell, dass wir das genauso unhinterfragt akzeptieren wie das Leben.

Die Grenze

Aber nur, weil etwas so universal und universell gültig ist, dass man es nicht hinterfragt, heißt das noch nicht, dass es kein Wunder ist, und es heißt andererseits auch nicht, dass dieses Wunder nicht vielleicht doch erklärbar ist – wenn auch im Moment noch nicht mit den vorhandenen wissenschaftlichen Mitteln. Wir befinden uns hier genau auf der Grenze zwischen Wissenschaft und Spiritualität. Die Wissenschaft repräsentiert die Vernunft und das Erklärbare schlechthin. Die Spiritualität steht demgegenüber für das Wunderbare, das Unerklärbare, das Mysterium. Das Leben ist ein Wunder, das heißt, mit materiellen, rationalen Antworten nicht erklärbar, und doch ist es erklärbar oder sollte zumindest immer weiter erforscht und verstanden werden – mit über das rein Rationale hinausgehenden Mitteln.

Früher, als es noch keine Wissenschaft gab, wurde alles mit Wundern oder mit Zauberei erklärt. Die Wissenschaft hat uns aufgeklärt. Sie zeigte uns zum Beispiel, dass Krankheiten durch Bakterien oder Keime entstehen können und Hygiene oder antiseptische Mittel viele Krankheiten und damit viel Leid verhindern können. Zaubersprüche oder Wunderheilungen gibt es heute noch, aber sie sind nicht objektivierbar oder reproduzierbar. Sie sind sehr subjektive Phänomene und es hängt vom einzelnen Anwender (vom Klienten und vom Therapeuten) ab, ob sie funktionieren. Einzelne Fälle sollten daher nicht gleich als allgemeine Regel oder allgemein gültiges Gesetz deklariert werden. Wissenschaftlich gesehen wäre das jedenfalls ein Kategorienfehler. Da machen es sich esoterisch oder spirituell eingestellte Menschen manchmal zu einfach und schnell hat man ein Universalheilmittel für alle Krankheiten, weil es irgendwo ein oder zweimal funktioniert hat. Aber das ist dann nur eine Meinung und keine bewiesene Gesetzmäßigkeit. Insgesamt sind beide Welten, die Wissenschaft einerseits und die Spiritualität andererseits, wichtige Bereiche, die sich meines Erachtens gegenseitig ausbalancieren können. Sie können sich gegenseitig davor bewahren, zu sehr in das eine oder andere Extrem abzurutschen und sich damit von der Wahrheit zu entfernen.

Die Verbindung

Fragen wir uns nun, wie eine Wirklichkeit im Kern aussieht, die sowohl aus der materiellen wie aus der spirituellen Welt genährt wird, müssen wir ebenso die einseitigen Antworten der Wissenschaft wie auch die einseitigen Antworten der Spiritualität überwinden. Die Antwort wird spirituell sein, aber sie wird durch die Vernunft und die wissenschaftliche Erklärung ergänzt werden. Die beiden Ansätze schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern ein. Sie wirken Hand in Hand, denn je mehr Dinge von der Wissenschaft enträtselt werden, umso klarer tritt das zu Tage, was zum ewigen Geheimnis gehört.

Was ist also Leben?

Leben ist spirituell. Wir Lebewesen sind ewige spirituelle Seelen, ungeboren und unsterblich, jenseits von den 3-D-Bedingungen von Raum und Zeit, keine Materie, sondern Geist, Bewusstsein, spirituelle Energie, das Selbst, göttliche Kraft, ewige Gefährten von Göttin-Gott. Die Welt aus Kohlenstoff, Wasserstoff usw. ist der materielle Teil der Gesamtwirklichkeit, in der wir Formen aus materieller Energie nutzen (unsere Körper, in Sanskrit steht dafür das Wort »yantra«), um uns in der 3-D-Welt bewegen zu können. Aber in unserer ewigen Natur sind wir unabhängig von diesen Bedingtheiten durch Raum und Zeit.

Materie, die sich als Lebewesen manifestiert, kann nur durch diese Seelenkraft, durch unsere individuelle spirituelle Identität gebildet werden. Die Seele ist der spirituelle Funken, der den materiellen Körper bildet, wie ein Magnet, der die Eisenspäne in eine Form bringt. Beim Tod verlässt diese Bildekraft den Körper, dann beginnt dieser zu verfallen. In dieser 3-D-Welt gibt es eigentlich nichts Totes, sondern nur Lebendiges. Mutter Erde ist ein Lebewesen, jedes Gewässer ist ein Lebewesen, Pflanzen und Tiere natürlich auch. Was wir als tot wahrnehmen, sind abgetrennte Teile von Lebewesen oder tote Lebewesen. Zum Beispiel besteht ein Stuhl aus Holz. Dieses Holz gehörte einmal zu einem lebenden Baum. Wir haben den Baum gefällt, das heißt getötet, um das Holz nutzen zu können. Oder der Baum ist von selbst abgestorben und wir benutzen dann sein Holz. Fast alle Nahrung besteht aus getöteten Lebewesen. Deshalb sollte man nur Blätter, Blumen und Früchte essen, weil man dann die Pflanzen nicht töten muss. Getreide zum Beispiel essen wir, wenn es von selbst gestorben ist („wenn es reif ist“). Wir zermahlen es und machen daraus Nudeln oder Brot. Immer hat also Leben, also der Aufbau von biologischem Leben, auch mit der Zerstörung oder dem Abbau von biologischen Lebensprozessen zu tun.

Spirituelles Leben

Neben dem biologischen Leben, das eine Kombination aus Spirit und Materie ist, gibt es dann eben auch das spirituelle Leben, das ohne materielle Trägersubstanzen funktioniert. Reine Materie ohne spirituellen Funken gibt es eigentlich nicht, wie gesagt – wenn, dann nur Teile des Lebewesens, die abgefallen sind, zum Beispiel Haare oder Nägel, oder einzelne Steine, die man von Mutter Erde wegnimmt, oder Äste, die vom Baum gefallen sind usw.

Tote Materie gibt es eigentlich nur in der Vorstellung des materialistischen Menschen, der anderes Leben nicht als Lebewesen, sondern als Ausbeutungsobjekt sieht. Lebendes kann man nicht materiell ausbeuten, ohne es – körperlich oder seelisch – zu töten. Deswegen muss man es auf die eine oder andere Weise töten, um es auszubeuten. Es ist das Interesse des materialistischen Menschen, tote Materie zu haben, über die er nach Gutdünken verfügen, die er manipulieren und kontrollieren kann. Leben selbst ist aber souverän und frei, es kann nicht kontrolliert werden, auch wenn beispielsweise totalitäre Regimes das immer wieder versuchen (und letztlich doch irgendwann daran scheitern, weil das Leben sich nicht einsperren lässt und dagegen revoltiert).

Um als Mensch vollumfänglich lebendig zu werden, müssen wir uns darum dieser ungebrochenen Lebendigkeit annähern, das heißt: bewusst spirituell werden. Dazu gehört, Respekt und Achtung vor anderen Lebewesen zu haben, sie zu fördern, wachsen und gedeihen zu lassen. Das ist ein Ausdruck von Liebe, und Liebe ist nach meiner Erfahrung das höchste spirituelle Prinzip. Dass wir über das rein materielle Existieren diesen Weg gehen dürfen – das ist neben allem anderen Staunenswerten das eigentliche Wunder.

*Definition auf http://www.chemie.de: Quantenphänomene sind Effekte in der Quantenphysik, die durch Theorien der klassischen Physik nicht erklärt werden können. Die meisten Quantenphänomene zeigen sich nur unter speziellen Bedingungen und bei Messungen mit hoher Genauigkeit. Im alltäglichen Leben und ohne technische Hilfe sind sie nicht wahrnehmbar. Daher gibt es keine unmittelbar einleuchtende Anschaulichkeit, wie etwa die Parabel eines geworfenen Balls.

© Bilder: www.pixabay.com

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Tattva Viveka, Wissenschaft

Wissenschaft und Spiritualität – die Welten verbinden

Online-Symposium

zur Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität vom 20.-29.10.2017

Webseite: www.wissenschaft-und-spiritualität.de

»Hokuspokus«, schimpft der nüchterne Rationalist, wenn ihm seine esoterische Freundin von den Engeln oder geistigen Heilungen erzählt. Sie nennt ihn »ungläubig und gottlos« und ist von seiner Fantasielosigkeit enttäuscht.
Wissenschaft und Spiritualität waren bisher eher Streithähne. Unser Online Symposium möchte hier Abhilfe schaffen. Wir von der Zeitschrift Tattva Viveka führen jetzt die Wissenschaftler, Philosophen und spirituelle Praktiker zusammen, um über die Frage zu diskutieren, wie Wissenschaft und Spiritualität zusammenfinden können. Wir, das sind Gabriele Sigg und ich, Ronald Engert, sind der Meinung, dass Wissenschaft und Spiritualität das gleiche Ziel haben: die Suche nach der Wahrheit. Auch methodisch sind sie durchaus vergleichbar, den beiden geht es um eine ehrliche und redliche Erforschung, bei der Illusion und Betrug kontraproduktiv sind.

Online-Symposium

Da die wissenschaftliche und technische Entwicklung der letzten Jahrhunderte stark männlich geprägt war, möchten wir u.a. weibliche Formen des Wissens präsentieren. Dabei haben Körper, Gefühl und Intuition große Bedeutung. Welche alternativen Formen des Wissens und der Weisheit gibt es? Wir begeben uns auf eine Spurensuche, bei der Menschen zu Wort kommen, die jenseits vom Mainstream neue Wege gehen.

Das soll nicht zu neuen Fronten führen, sondern die Welten verbinden. Männliches und weibliches Prinzip ebenso wie Rationalität und Transzendenz sollen zusammenfinden. Es geht um die Versöhnung, denn nur zusammen ergeben sie das ganze Bild. Je mehr Dinge von der Wissenschaft enträtselt werden, umso klarer tritt das zu Tage, was zum ewigen Geheimnis gehört.

Gemeinsam mit hochkarätigen spirituellen Lehrern, Wissenschaftlern, Künstlern und Philosophen machen wir uns auf den Weg zu einem neuen Weltbild. Dieses kostenlose Online-Symposium bringt die Welten zusammen. In Einzelinterviews und Diskussionsrunden mit Vertretern der verschiedenen Welten geht es um Themen wie Potentialentfaltung, Kreativität, Geist und Epigenetik, das Nichts, den Raum, weibliches und männliches Prinzip, Materie und Transzendenz u.v.a.

Die ewigen Wahrheiten sind keineswegs altbacken. Sie sind auch heute genau so aktuell wie eh und je. Deshalb können auch neue Formen der Vermittlung eine guten Dienst leisten, und das nutzen wir, denn das Symposium findet komplett online statt. Außerdem freuen wir uns, Dir mitteilen zu können: die Teilnahme ist kostenlos!
Hier findest Du alle Informationen: www.wissenschaft-und-spiritualität.de

Nimm jetzt teil! Melde dich kostenlos an! Einfach Vorname und Email-Adresse auf der Webseite eintragen und wir schicken Dir alle Infos und Termine rechtzeitig zu. Alle Interviews und Podiumsgespräche können für jeweils 24 Stunden kostenlos geschaut werden!

Veranstalter: Ronald Engert und Gabriele Sigg vom Magazin Tattva Viveka

Gabriele und Ronald

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Authentizität, Neues

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Was ist deine Wahrheit? Wer bist du wirklich? Es ist sehr gut, diese Fragen zu stellen und dafür Antworten zu suchen. Immer wird diese Arbeit an mir selbst ein Prozess sein, der vielleicht nie zum Abschluss kommen wird. Dennoch lohnt es sich, diesen Weg zu beschreiten. Jeder kleine Schritt hin zu mir selbst ist ein Fortschritt und trägt seine Befriedigung und seine Freude in sich. Ich muss nicht fertig werden. Die Bewegung reicht.

Aber auch, wenn ich schon ein gutes Stück auf diesem Weg zu mir vorangekommen bin, braucht es ein weiteres Element, um die Sache vollständig zu machen: Ich muss mich einem anderen Menschen zeigen. Die Verwirklichung meines Selbst ist keine isolierte Angelegenheit, sondern auch unabdingbar ein Beziehungsgeschehen. Wenn ich mich nicht zeige, verleugne ich mich selbst vor meinem Gegenüber, und das bedeutet, ich kann nicht der sein, der ich bin. Erst wenn ich mich zeige, werden mein Sein und meine Selbstverwirklichung vollständig, werde ich identisch. Ich bin der, der ich bin, wenn ich mich zeige. Natürlich muss ich innerhalb meiner selbst immer wieder schauen und nachspüren, was im jetzigen Moment das Richtige ist, was sich gut anfühlt für mich, was mir gut tut. Es ist zuerst ein innerer Prozess innerhalb meiner Subjektivität. Das ist die erste Stufe meiner Selbstwerdung. Das ist die Innenseite.

Der Mensch hat aber auch eine Außenseite und zum ganzen Wesen gehören innen und außen gleichermaßen dazu. Es ist essenziell, wie ich mich zeige: ob ich mich in meiner Wahrheit zeige, oder ob ich eine Maske trage und eine Scheinpersönlichkeit vorspiele. Mein Selbst ist auch diese Außenseite und wenn ich hier mein wahres Sein nicht zeige, verletze ich mich selbst. Diese Verletzung führt zu einem Schmerz, den wir in der Regel durch Suchtprozesse betäuben. »Wir machen uns weg.« Wie soll ich existieren, wenn ich mich weg mache? Wie soll ich der sein, der ich bin, wenn ich mich für einen anderen ausgeben? Das geht nicht.

Mich in meiner Wahrheit anderen Menschen zu zeigen, ist deshalb der Schlüssel zu mir selbst. Im Sich-Zeigen komme ich bei mir an. Hier schließt sich der Kreis der Selbstverwirklichung. Erst jetzt bin ich ganz.

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Bhakti, Neues

Vortrag Erleuchtungskongress

Das wahre Selbst ist voller Liebe und Hingabe

Ihr hört was über den Sinn und Zweck des Bhakti-Yoga (Krishna-Bewusstsein) und zwei Bhajans. Der Vortrag dauert 47 min.

Der Kongress fand im August 2015 in Berlin statt. Meinen Vortrag hielt ich genau am Tag von Krishnas Geburtstag. Ich glaube, deshalb ist er auch so gut geworden 😉

Der nächste Kongress findet vom 09.11. September 2016 statt. Erleuchtungskongress Berlin 2016

 

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Neues

2015 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 110.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 5 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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