Zeige dich

innere WahrheitZeige dich mit deiner Wahrheit. Wenn du das machst, lernst du gesehen zu werden. Und wenn du das kannst, lernst du Liebe zu nehmen. Dann lernst du dich selbst zu lieben. Und wenn du das kannst, dann lernst du Liebe zu geben. Dann endet die Bewertung der anderen, die du nur machst, um dich davor zu schützen, gesehen und erkannt zu werden. Dann endet die Leugnung und die Scheinidentität. Dann musst du nicht mehr andere abwerten um dich selbst aufzuwerten. Dann endet dein Minderwert. Wir lieben dich, solange bis du dich selbst lieben kannst. Die umwerfende Erfahrung besteht darin, sich zu zeigen, mit all seinen Abgründen und Blößen, und hinterher eine Umarmung zu bekommen, angelacht und angenommen zu werden. Die andere umwerfende Erfahrung besteht darin, diese Liebe nehmen zu können. Angst und Scham treiben uns in die Isolation, in das Gefängnis des schönen Scheins, wo man unheimlich hipp und cool ist. Aber wir brauchen jemanden, der an uns glaubt, gerade dann wenn wir nicht an uns selbst glauben können. Ehrlichkeit ist das Gegenmittel gegen die Lüge.

Wir haben Angst gesehen zu werden, denn dann kommt die ganze Wahrheit über uns ans Licht. Wir haben Angst verurteilt oder abgelehnt zu werden. Wir sind wie Menschen, die niemanden an sich heranlassen. Wir denken, die anderen wollen uns nicht. Aber die anderen wollen uns Liebe geben. Wir können diese Liebe nicht sehen und nicht nehmen. Indem wir uns zeigen, durchbrechen wir diesen Kreislauf der Leugnung, des Scheins und des Getrennt-Seins. Das ist die mutige Tat. Nicht als Gejammer, aber ehrlich und nüchtern. Versuche, die Wahrheit zu sagen!

Wenn dann die innere Fülle beginnt, der innere Frieden und das Bei-sich-Sein, dann können wir fühlen und lieben. Dann können wir vom Herzen unsere Liebe geben. Die Einsamkeit und Isolation enden. Das alles ist ein langsamer Wachstumsprozess über Jahre. Mach dir nichts vor. Du bist eine Eiche. Je langsamer du wächst, umso stärker wirst du. Dann kommst du an bei dir, in der Welt und bei den Menschen.

(Text für meine monatliche Kolumne in der Zeitschrift SEIN, Berlin Juli 2014)
Dank an das 12-Schritte-Programm, dem ich die meisten dieser Verwirklichungen verdanke.

  1. 9. November 2014 um 21:33

    ich hab 5 monate gebraucht, um diesen artikel lesen zu können. heute war es soweit und er trifft mich tränentief. danke dafür! es ist so ein verdammt langer und harter weg sich selbst zu schauen, sich selbst zu zeigen und regelmäßig zweifle ich, ob es all die mühe wert ist, ob es irgendwo hin führt. du machst mir mut!

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  2. 17. Juni 2014 um 10:49

    Vielschichtig, was du da schreibst.
    Wie schon ein paar mal gesagt: Gott zeigt sich, oder ist es nur ein Engelwesen, es ist nur ein schweigendes, stilles Antlitz, das sich para- oder hypernormal zeigt und aufweist. Nun wurde es ca. 55 mal von anderen bestätigt. Es ist permanent zu sehen, ist nur sehr unaufdringlich.

    Es ist irgendwie schon so, dass man andere herunterwerten muss. Man bekommt heute praktisch fast nur Scheinwerte um die Augen und die Ohren geschleudert, und dies fortdauernd. Der Produktmarkt bietet uns fast nur solche Sachen, die uns das Geld aus der Tasche fischen, ebenso das Amusement-Fernsehen (ich habe kein TV mehr, kann Teile der WM, ehrlich, auch im PC anschauen).

    Es drohen uns 2 Damoklesschwerter:
    Die Riesen-Verschuldungen der Staaten, USA und all der anderen; und dann das Aufhören der Erdölvorräte, und damit der riesigste Zusammenbruch von allem, den es je gab.

    Die Wahrheit ist eher selten, und wie Frau Anders schreibt: Wir sind zu schweigenden Robotern gemacht, deren Lächelgrad – bei Angestellten – noch bewertet wird.

    Dieses stille Antlitz ist seit Jahrzehnten sichtbar zugegen, lässt sich vorführen, prüfen und untersuchen und auch fotografieren. Auch andere können es fotografieren…

    Du gehörst ja auch zu den Resistenten, Ronald, die sich sowas in meinen Blogs nicht anschauen, und nicht darauf reagieren, erst postmortal, sozusagen.

    Dieser HolySpirit, dieses schweigende Antlitz, zeigt sich seit über 25 Jahren, permanent, Tag für Tag. Und bald habe ich genug große Fotovergrößerungen (eine kostet ca. 150 – 200 Euro), um es vorzuführen.
    Gott sei Dank lenkten mich meine Schritte aus Berlin raus. Doch den Fund, die Entdeckung, machte ich in Berlin, in der Nähe der TU, damals wohnte ich nahe der Deutschen Oper. Oft konnte ich in die Oper gehen, da mir ein älterer Service-Mann sagte, wie man abends kostenlos in die Veranstaltungen gehen kann, auch im Schiller-Theater:
    Man kann die Herausgehenden – die in der Pause herausgehen – bitten, einem die Karten zu geben; und damit kann man die schönsten Plätze bekommen.

    Dieses Phänomen ist sozus. transportabel, es hat eine >>Unterlage<sichtoffenbarung, antlitz dort auch die Fotos unter Google >Bilder)

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  3. 10. Juni 2014 um 10:44

    Tja, das ist wohl eines unserer Kernprobleme heutzutage.Wer Schwäche zeigt, bekommt meist erstmal noch einen auf den Deckel … Menschlichkeit wird nicht geschätzt, weil wir uns zu funktionierenden Robotern ummanipulieren lassen. Ist ein schwerer, aber überasu nötiger Prozess, finde ich.

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