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Was tun?

Vielen von uns geht es darum, in der Welt etwas zu verändern. Wir wollen die Welt retten, wir wollen zum Fortschritt des Bewusstseins beitragen, wir wollen Atomkraftwerke abschalten und so weiter. Dahinter liegt die Idee, dass wir etwas ändern können. Wir gehen stillschweigend davon aus, dass wir die Macht haben, dies zu tun. Wir tun etwas, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das in der Regel aus unserem Denken erschaffen wird. Daraus ergeben sich bestimmte Motive, Strategien und Erwartungen, was unsere Handlungen betrifft. Wie wäre es jedoch, wenn wir einmal von der Annahme ausgingen, dass wir machtlos sind? Dass wir nicht in der Lage sind, etwas zu verändern, dass wir nichts tun können. Welche Motive, Strategien und Erwartungen würde das mit sich bringen? Ich glaube tatsächlich, nur mit dieser Grundannahme können wir echte, klare und wirksame Strategien entwickeln, um in dieser Welt etwas zu tun. Nur so haben wir das klare Motiv, das nicht durch Ego und Machtphantasien verunreinigt ist. Warum soll ich denn dann überhaupt noch irgendetwas tun, wenn es eh nichts bringt?, wird sich nun manch einer fragen.

 

Was tun?

 

Es geht jedoch in der Tat um eine Handlung, die ohne Bedingungen und ohne Erwartungen ausgeführt wird. Eine Handlung um der Handlung willen, ohne an die Ergebnisse und den Gewinn zu denken. Das bedeutet, die Kontrolle aufzugeben, und das ist das Schlimmste, was unserem Ego passieren kann. Jede intentionale Haltung verfälscht die Handlung und macht sie zu einem egoistischen, perspektischen Tun, wenn auch vielleicht gut gemeint. So erzielen wir immer nur Teilerfolge, die umgehend von ihrem Gegenteil wieder entkräftet werden. Die echte Handlung fügt sich ein in den göttlichen Plan, sie übersteigt unsere menschlichen Kalkulationen.

  1. 24. Dezember 2014 um 10:39

    Hari Om lieber Ronald! Sehr gut formuliert mitten ins Herz!

    Gefällt mir

  2. 23. Dezember 2014 um 18:40

    Danke! Das ist auch die Essenz der ersten beiden Schritte der 12-Schritte-Programme, wie ich sie verstehe. Das Eingestehen keine Kontrolle zu haben, und das eigene Wirken und Tun in die Hand einer höheren Macht zu legen. Das allerdings ohne in Phlegma und Passivität zu verfallen. Manchmal scheint das nur ein sehr feiner Unterschied zu sein, der den Unterschied ausmacht. Wie weiß ich, wann ich meinem Ego folge und wann „die höhere Macht“ durch mich wirkt?

    Gefällt 1 Person

    • 24. Dezember 2014 um 15:11

      Hallo Seinswandel,
      Meine Erfahrung ist, dass es schon ein wenig Übung erfordert, das im Gefühl zu unterscheiden. Aber das kommt mit der Zeit. Man fühlt dann schon, ob das der eigene Wille ist oder der Wille Gottes. Der eigene Wille hat immer etwas Zwanghaftes oder Besessenes. Da spielt Druck und Widerstand eine Rolle. Der Wille Gottes dagegen ist leicht und widerstandslos. Eigenwille hat auch was mit Kontrolle zu tun. Und es ist irgendwie etwas, was ich für mich beziehungsweise mein Ego haben will. Es ist sehr schwer, die Kontrolle aufzugeben. Nur echtes Vertrauen kann da helfen. Je weniger Vertrauen ich habe, umso mehr Angst habe ich. Angst ist also ein sehr guter Indikator zur Unterscheidung von Eigenwille und Gottes Wille. 😉

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