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Gute Gefühle – schlechte Gefühle

Viele Menschen denken, es gehe darum, sich gut zu fühlen. Ich nicht. Ich denke, es geht darum, zu fühlen. Es gibt Menschen, die ständig versuchen, glücklich und zufrieden zu sein. Das ist schön und ehrenhaft, allein, es ist nicht das, was wahr ist. Sie glauben, es ist gut, sich gut zu fühlen und es ist schlecht, sich schlecht zu fühlen. Dies klingt ja sehr logisch und einfach, aber so einfach ist es meiner Meinung nach nicht. Manchmal ist in dieser Welt das Gute das Schlechte und das Schlechte das Gute. Und meistens ist es besser, es garnicht zu bewerten. Welchen höheren Sinn etwas hat, können wir oft garnicht ermessen und manchmal erkennen wir erst Jahre später, warum etwas so und so passiert ist. In diesem Wunsch, sich gut zu fühlen, liegt etwas Zwanghaftes. Es ist der Versuch, die Wirklichkeit zu kontrollieren und zu manipulieren. Es ist auch der Versuch, sich über dieses „geile Gefühl“ aufzuwerten und seine Existenz zu rechtfertigen.

 

hands

 

Allzuleicht kann es passieren, dass man durch dieses Wunschdenken von sich selbst abkommt. Dann wird das gute Gefühl zu einem Kick, der uns süchtig werden lässt. Es ist eine strategische Version des Selbst, die schön und gut aussieht. Aber es ist nicht unser authentisches Selbst. Die Wahrheit ist. Sie ist nicht gut oder schlecht, schön oder hässlich. Wenn wir traurig sind oder unglücklich, dann ist das eben so. Es gilt, auch diese Gefühle anzunehmen, sie zu umarmen und zu achten. Dann können sie uns ihre Weisheit geben und uns dahin bringen, wo wir wirklich sind: bei uns. Ich fühle mich … – wir Menschen sind „Ich-michs“, wir sind selbstreflexive Wesen, die sich selbst spüren und erkennen. Wenn wir unsere „negativen“ Gefühle ablehnen, lehnen wir einen Teil von uns selbst ab. Wir spalten uns. Das Leiden am Schmerz resultiert aus der Ablehnung des Schmerzes, nicht aus dem Schmerz selbst. Der Schmerz der Selbstverleugnung ist tausendmal schlimmer, als der primäre Schmerz, der aus einer echten Verletzung resultiert. Es gilt, die wahre Ursache des Schmerzes zu finden und den wahren Schmerz zu fühlen. Dann fühle ich mich, dann bin ich. Dann kann der Schmerz schnell heilen.

  1. 13. März 2016 um 08:18

    Ego quod sentio
    Nach diesem Prinzip arbeite ich schon lange in meiner Praxis und in meinem Coachingprogramm .
    Diese Auslegung gefällt mir.

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  2. laufende maus
    11. März 2016 um 20:17

    Haribölchen
    sehr flowig gschriebe 😇
    dieses buch hat mich im heiligen dham begleitet 😍
    http://www.buch.ch/shop/home/artikeldetails/zeit_fuer_gefuehle/diana_richardson/ISBN3-936360-20-0/ID13835972.html?ProvID=10907254
    umärmli
    tanja usm schöne berner oberland 😍

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  3. Benji
    17. Januar 2015 um 14:27

    Danke 🙂 vielen vielen dank

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  4. 17. Januar 2015 um 11:11

    Anyway. Wir brauchen 7-9 positive Gefühle, um nach negativen Gefühlen wieder in eine ausgeglichene Energie zurückzufinden. Es hilft dabei jedoch ungemein negative Gefühle wahrzunehmen. Dabei stehen zu bleiben hilft nicht!

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  5. 15. Januar 2015 um 12:59

    Sehr schön geschrieben;)

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  6. 14. Januar 2015 um 19:53

    wie wahr. erkenne es gerade in meinem eigenen leben mal wieder, wie sehr ich bestimmte gefühle ablehne, abwerte und wieviel kraft dafür drauf geht, sie wegzudrücken, niemandem sichtbar zu machen. ein reflex, welchen ich, wenn ich ihn wahrnehme, ebenso ’nur‘ umarmen kann. im grunde ist es angst. und dahinter liegt dann der schmerz.
    danke!

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  7. Der Steppenwolf
    14. Januar 2015 um 18:06

    Guter Bericht zum Thema: Fühlen! Das lesen davon hat sich gut an gefühlt. Liebe Grüße – Kai

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  8. Der Steppenwolf
    14. Januar 2015 um 18:02

    Hat dies auf Der Steppenwolf rebloggt und kommentierte:
    Sehr guter Bericht über das „Fühlen“!

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